Wie süß! Tropf-Eimer bekommt Zwillings-Torte zum Geburtstag
- Oliver Auster

- 4. Nov.
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:

Dieser Kuchen ist alles andere als trocken: Der provisorische Tropf-Eimer aus dem Landtag hat zu seinem ersten Geburtstag eine Zwillings-Torte bekommen! Am Dienstag tauchte das Werk plötzlich neben dem echten Eimer auf...
Zur Erinnerung: Seit eben einem Jahr steht die seltsame Konstruktion aus Plane und Papierkorb schon im Übergang vom Haupttrakt Richtung Grünen- und FDP-Fraktion. An der Stelle regnet es (wie auch an anderen Orten im Landtag) regelmäßig rein, weshalb man irgendwann den Eimer aufgestellt hat. Er blieb. Jetzt wurde dem Eimer ein gebackenes Denkmal gesetzt!

Wir wissen nicht genau, woher der Kuchen kam - aber das Landtagsblog verfolgte eine Krümel-Spur bis in die Teeküche der Grünen. Dort schnitten Hannah und Valentina, Mitarbeiterinnen von MdL Stefan Engstfeld, das Meisterwerk (vegan!) netterweise zum Verkosten an. Mehrere Böden mit Vanille-Creme und Schoko-Kern, umrundet mit grünem Fondant und sogar versehen mit einer Kopie des Aufklebers vom echten Papierkorb. Was für eine Arbeit! Aus rein investigativem Interesse habe ich auch probiert: Köstlich.
Dass man im Landtag über die Eimer (und Blumen-Töpfe) noch lachen kann, ist ja erst mal ein gutes Zeichen. Tatsächlich ist eine Sanierung des komplexen Dachs (mit viel Glas) noch nicht in Sicht. Wenn es denn irgendwann ertüchtigt wird, soll es so stabil gebaut werden, dass auch eine Solar-Anlage draufgebaut werden kann. Das geht bisher noch nicht - die Statik würde das nicht mitmachen.
AfD reagiert auf Drogen-Vorwürfe
Am Freitag veröffentlichte der WDR eine Hintergrund-Geschichte zu den ewigen Streitereien in der AfD-Fraktion. Landtagsblog-Leser kennen das ansatzweise. Nun gab es in dem WDR-Bericht aber zwei Stellen, an denen von Drogen die Rede war. So hieß es dort unter anderem:
"Entsprechend sind die Fronten in der Fraktion verhärtet - es wird mit Schmutz um sich geworfen - sei es die vermeintliche Lebenslauffälschung Klaus Essers, sei es die Stellungnahme Tritschlers wegen der Intrige, seien es die Vorwürfe über angebliche Scheinbeschäftigung von Angehörigen oder Drogenkonsum in den Fraktionbüros."
Drogenkonsum im Landtag? Die AfD-Fraktion teilte mir dazu auf Anfrage mit:
"Wir nehmen die Informationen, die der WDR uns zur Verfügung gestellt hat, sehr ernst. Uns liegen allerdings bislang keine Erkenntnisse vor, die die Vorwürfe beweisen."
Und ein Landtags-Sprecher sagte:
"Aus dem Bericht des WDR ergeben sich keine Hinweise, die konkret genug wären, um weitere Maßnahmen zu rechtfertigen."
Mich erinnerte die Geschichte an einen seeeehr alten Fernsehbeitrag auf dem Jahr 2000. Damals hatte das Sat 1-Magazin "Akte" im Reichstag auf den Toiletten Wischproben genommen und Koks-Spuren gefunden. Die "B.Z." titelte damals zu einer Fotomontage der Reichstagskuppel "Schneekoppe" (wenn ich mich richtig erinnere, konnte es online nicht mehr finden). "Akte"-Moderator Ulrich Meyer bekam damals im Reichstag ein Jahr Hausverbot (später von einem Gericht gekippt), der Staatsanwalt stieg nicht aufs Thema ein - kein ausreichender Anfangsverdacht.
16 Grad - aber der Weihnachtsbaum-Ständer ist schon da

"Ja, ist denn heut' schon Weihnachten...?" Nö, ist noch mehr als sechs Wochen hin, aber vorm Landtag wurde am Dienstagmorgen schon der XXL-Ständer für die Traditions-Tanne aufgebaut. Wie jedes Jahr kümmert die Stadt Düsseldorf sich um den gewaltigen Weihnachtsbaum, der wieder mit hunderten LED-Lämpchen bestückt wird. Beim Aufbau des Ständers waren es übrigens frühlingshafte 16 Grad. Sollte die Tanne zum Mahnmal des Klimawandels werden?
Die absurdeste Statistik des Jahres - mit Wüst am Schluss

Diese Statistik klingt erst mal interessant: Für den "Brandbrief-Index 2025" hat eine PR-Agentur nach eigenen Angaben 18.000 Brandbriefe an amtierende Ministerpräsidenten untersucht. Demnach hat Markus Söder (CSU) zum Beispiel seit Amtsantritt 5472 mahnende Briefe bekommen (Platz 1), Hendrik Wüst (CDU) aber nur 1142. Wenn man das aufs Jahr und die Einwohner runterrechnet, landet Wüst auf dem letzten Platz des Indexes. Kann Wüst sich ja erst mal freuen, wenn so wenig gemeckert wird. Aber: Woher hatte die PR-Agentur eigentlich die Zahl der Briefe? Jetzt wird es abenteuerlich.
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So schreibt die Agentur über ihre Methodik:
"Die Untersuchung wurde von der Kommunikationsagentur Tonka Communications durchgeführt und basiert auf einer systematischen Auswertung der in der Mediendatenbank Genios dokumentierten Berichterstattung zu „Brandbriefen“ an die Landespolitik (...) Für jede:n Ministerpräsident:in wurde die Zahl der relevanten Treffer erfasst, tagesgenau auf die Amtszeit und die Bevölkerungszahl des Bundeslandes bereinigt, um die durchschnittliche Resonanz pro Amtstag und pro 100.000 Einwohner:innen zu bestimmen. Die Recherche erfolgte über spezifische Suchbegriffe wie „Brief an“ oder „Brandbrief an“ plus Personenfilter. Dopplungen wurden zur Gewährleistung der Datenqualität entfernt."
Das hat die Empirik nicht verdient.
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