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"Besondere Beanspruchungen durch das Amt": Regierungs-Präsident schmeißt hin

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Heute außerdem im Landtagsblog:


Regierungspräsident Thomas Wilk
Regierungspräsident Thomas Wilk. Foto: Bezirksregierung Köln

Gestern um 12 Uhr ließ Thomas Wilk die Bombe im Intranet der Bezirksregierung Köln platzen: Unter der Überschrift "Persönliche Mitteilung des Regierungspräsidenten" teilte er mit, dass er Ende Januar aufhört. Er habe die Landesregierung gebeten, ihn dann von seinen Aufgaben zu entbinden. Aber warum? Wilk schreibt in dem Intranet-Text:


"Dieser Entschluss basiert ausschließlich auf persönlichen Gründen, die im direkten Zusammenhang mit der besonderen Beanspruchung durch das Amt stehen."


Respekt für diese Offenheit. Wilk hatte erst im September 2022 angefangen und damals Gisela Walsken beerbt. Der Job hat offenbar seinen Tribut gefordert. Wilk schreibt weiter;


"Ich habe mir dies nicht leicht gemacht, da ich meine Rolle sehr gerne ausübe. Ich bitte trotz unseres offenen Miteinanders darum, die persönlichen Hintergründe zu respektieren.

Wir werden Gelegenheiten finden, um uns persönlich voneinander zu verabschieden. Dies ist mir ein großes Anliegen."

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Für den Kölner Stadt-Anzeiger sagte mir Innenminister Herbert Reul (CDU) zur Entscheidung des Regierungs-Präsidenten:


„Ich schätze Herrn Dr. Thomas Wilk sehr und habe gerne mit ihm zusammengearbeitet. Ich danke ihm herzlich für seinen Einsatz und seine Arbeit im Regierungsbezirk Köln. Die wertvollen Impulse, die er gesetzt hat, bleiben und werden die Zukunft der Region weiter prägen. Ich respektiere seinen Schritt und wünsche ihm alles Gute.“


Fun fact: Wilk ist SPD-Mitglied. Als die neuen Regierungspräsidenten vom Kabinett benannt wurden, hatte Hendrik Wüst (CDU) auch die FDP (Regierungspräsident Münster) und die Grünen (Düsseldorf) bedacht. Dadurch darf die SPD jetzt auch wieder den Nachfolger für die Bezirksregierung Köln benennen.


Gelsenkirchen-Coup: Sondersitzung am Dienstag


Das historische Foto der Polizei Gelsenkirchen
Das historische Foto der Polizei Gelsenkirchen. Foto: Polizei

Was war denn das gestern? Die Polizei machte eine Razzia in der (noch geschlossenen) Sparkasse Gelsenkirchen-Buer. Eine Hausdurchsuchung am Tatort des Mega-Coups mit dem Loch in der Wand? Auch wenn die Polizei es nicht bestätigt: Offensichtlich sucht man nach einem Insider, der den Einbrechern geholfen hat - unter anderem beim Zugang zum (abgeschlossenen) Teil der Tiefgarage, durch den die Täter sich zu den Schließfächern gebohtt haben.


Bei der SPD wird man sich gestern gesagt haben: Alles richtig gemacht! Denn die Fraktion hatte ja bereits vorher eine Sondersitzung des Innenausschusses beantragt, um den zahlreichen offenen Fragen in dem Fall nachzugehen. Inzwischen gibt es einen Termin: Kommenden Dienstag von 8.30 Uhr bis maximal 10 Uhr.


P.S.: Die AfD hat inzwischen eine Kundgebung für den kommenden Samstag vor der Sparkassen-Filiale angekündigt. Es gehe darum, die Opfer zu vernetzen - für eine Sammelklage. Naja.


Landtag sucht Dienstleister für "barrierefreien Livestream"


Bei Barrierfreiheit denken die meisten an Rollstuhlrampen - aber das ist nur ein kleiner Aspekt des Themas. Der Landtag sucht zum Beispiel gerade einen neuen Dienstleister für eine barrierefreie Version seines Livestreams von Plenardebatten (gibt's schon seit 2021). Laut Ausschreibung geht es um Folgendes:


"Der barrierefreie Livestream besteht aus dem Live-Bild des Plenarsaals samt Ton, einer Darstellung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie der Einblendung einer Live-Untertitelung."


KI kann eben doch noch nicht alles.


NRW schickt weitere Generatoren nach Berlin


Die Generatoren aus NRW in Berlin.
Die Generatoren aus NRW in Berlin. Foto: Institut der Feuerwehr NRW

Es werde Licht... Das Land NRW schickt nach einer ersten Fuhre von fünf Notstrom-Anhängern noch mal fünf nach Berlin hinterher. Gestern machten sich Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren Mönchengladbach, Essen, Düsseldorf, Hagen und Soest auf dem Weg Richtung Hauptstadt. Insgesamt 30 Einsatzkräfte, die sich um die Generatoren kümmern. 30 weitere waren schon vor Ort.


Aus dem Innenministerium hieß es dazu:


"Es wird aktuell Strom in drei Einspeisestellen im öffentlichen Raum bedient. Dabei handelt es sich um Unterverteilungen, die im Wesentlichen Privathaushalte sowie den öffentlichen Raum versorgen. Es werden also keine Einzelobjekte versorgt. Hier zeigt sich der große Vorteil der NRW-Stromerzeuger: Durch die Synchronisierung mehrerer Geräte ist es möglich, die an diesen Unterverteilung erforderlichen hohen Lasten einzuspeisen."


Zur Erinnerung: Nach einem mutmaßlich linksradikalen Anschlag auf eine Kabelstation sind seit dem Wochenende zehntausende Menschen in Berlin ohne Strom.

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