Cyber-Attacke im Landtag: So sieht die "Signal"-Falle aus
- Oliver Auster

- vor 2 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:
Krasses Wochenende: Ein mutmaßlicher (weiterer) Attentatsversuch auf Donald Trump - in einem Hotel voller Journalisten, die AfD stärkt in einer Umfrage ihre Position als stärkste Partei und die Ostsee-Wal-Qual nimmt kein Ende. Da wirkt die Landespolitik fast nebensächlich, aber auch hier passiert einiges. Besonders aufpassen sollten Sie dieser Tage beim Messengerdienst "Signal". Den nutzen viele Politiker ja gerade, weil er so sicher sein soll. Naja... Fakt ist: Die Hacker-Attacken bei "Signal" haben den Landtag erreicht. Wie genau diese Falle aussieht, sehen Sie als Abonnent von LandtagsblogPlus ganz unten.
SPD-Abgeordneter entdeckt sich in ZDF-Krimi

Es gibt den "Taunuskrimi", den "Spreewald-Krimi", "Die Toten vom Bodensee" und jetzt endlich auch eine Reihe aus OWL. Die Serie heißt (warum auch immer) "Im Grunde Mord" und nicht der "Detmold-Krimi", obwohl er eben dort spielt. Detmold ist auch die Heimat des SPD-Abgeordneten Dennis Maelzer und der hat sich vergangene Woche bei der Premiere im ZDF nach einem "Zeugenhinweise" selbst in der Mords-Geschichte entdeckt...
Bei einer Fahrt durchs nächtliche Detmold ist an einem Laternenpfahl ein Plakat zu sehen (nicht unbedingt zu erkennen) - und das ist eben von Maelzer. Der SPD-Mann sagte dem Landtagsblog:

„Ich habe den Krimi gestreamt und selbst am meisten auf die tollen Landschaftsaufnahmen aus meinem Wahlkreis geachtet. Mein Plakat hatte ich zunächst nicht wahrgenommen, aber die Mutter eines Mitarbeiters hat es gleich gesehen und sich gemeldet. Meine Veranstaltungen bewerbe ich regelmäßig mit Plakaten und freue mich natürlich, dass das jetzt auch filmisch dokumentiert wurde.“
Im konkreten Fall war es ein Plakat für Maelzers "AnsprechBar" am 4. Juli 2025. Gedreht wurde in den Wochen zuvor. Wäre dieser Fall auch gelöst...
Ex-FDP-Fraktionschef Papke trifft Vincentz und Maaßen

Altgediente Landtags-Beobachter kennen noch Gerhard Papke, der von 2005 bis 2012 Fraktionschef der FDP im Landtag war. Schon 2014 schrieb die "Rheinische Post" dann, Papke wolle die FDP nach rechts rücken. Wenn man Papkes X-Account anschaut, ist zumindest er selbst in diese Richtung unterwegs. Was man vielleicht gar nicht so mitbekommen hat: Mit Ex-"Werteunion"-Mann und Ex-Verfassungsschutzschef Hans-Georg Maaßen hat Papke zusammen die Initiative "Wende für Deutschland" gegründet. Klingt bisschen sehr wie "Alternative für Deutschland", ist aber erst mal keine Partei.
Morgen trifft die "Wende für Deutschland" in Düsseldorf die "Alternative für Deutschland" in Düsseldorf: Bei einer Veranstaltung (Eintritt 15 Euro) debattieren Papke und Maaßen mit NRW-AfD-Chef Martin Vincentz. Thema: "Wende für Deutschland durch neue Mehrheiten?". Damit ist die Brandmauer der CDU gemeint, gegen die Maaßen schon länger wettert.
Linnemann talkt in Paderborn mit Vicky Leandros
Noch ein Termin, aber der wirkt sympathischer: Heute Abend trifft CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in Paderborn bei der Aufzeichnung seines Partei-Podcasts "Einfach mal machen" auf BVB-Präsident Hans-Joachim "Aki" Watzke und Sängerin Vicky Leandros. Aki und Vicky? Wie kommt es denn zu dieser Kombination?
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Watzke ist CDU-Mitglied und ein Jugendfreund von Friedrich Merz, den er auch bei dessen Kanzler-Wahlkampf unterstützte. Vicky Leandros sollte - kein Witz - zwei Mal Kultursenatorin werden: 2001 bot ihr der damalige Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) den Job an, 2006 dann der Berliner CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger. Leandros lehnte ab, die Pflüger-Offerte geriet (wie der Politiker selbst) in Vergessenheit. Vielleicht kommt die Anekdote heute Abend noch mal zur Sprache. Einfach mal fragen, Herr Linnemann!

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Landtag warnte intern vor "Signal"-Falle - dann der erste Fall
Vergangene Woche, als das gehackte "Signal"-Konto von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) durch einen "Spiegel"-Bericht bekannt wurde, liefen bei der CDU hinter den Kulissen die Sicherheitsmaßnahmen an. Bis nach NRW. Denn auch Ministerpäsident Hendrik Wüst, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) waren als Präsidiumsmitglieder in der "Signal"-Gruppe mit Klöckner.
Sie bekamen eine vertrauliche Botschaft aus dem Konrad-Adenauer-Haus mit Sicherheits-Hinweisen. Dass sich die "Signal"-Attacken nicht nur auf CDU-Politiker beschränkten, zeigte sich wenig später durch ein Schreiben des NRW-Verfassungsschutzes. Auch der Landtag selbst warnte im Intranet. Prompt gab es den ersten Fall: Der Grünen-Abgeordnete Stefan Engstfeld (Grüne) sollte in die Cyber-Falle gelockt werden, merkte es aber. Ob die Accounts anderer Politiker im Landtag (wie im Bundestag) tatsächlich kompromittiert wurden - unklar, aber nicht unwahrscheinlich. Denn die Hackerattacke ist täuschend echt, wie ein Screenshot der "Signal"-Falle zeigt, der dem Landtagsblog vorliegt:
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