Peinliche Postbotinnen-Panne: SPD muss Wahlkampf-Spot komplett neu machen

Heute außerdem im Landtagsblog:
Die SPD hat ihren Wahlkampf gerade erst begonnen und sorgt zum zweiten Mal für Aufsehen. Nach dem "Krawatten-gate" jetzt der nächste Klopper: Weil in einem Wahlwerbe-Video offenbar einige Menschen ohne ihre Zustimmung gezeigt wurden (darunter eine Postbotin) wurde das Video noch mal fast komplett neu geschnitten. Dazu gleich mehr. Unten gibt's noch eine andere Posse - allerdings auf Regierungsseite. Jetzt geht aber erst mal die Post ab:

Bei der Vorstellung der Vorwahlkampf-Kampagne der SPD am Montag stach besonders ein neuer Image-Film hervor, dem die Kollegin der dpa in ihrem Bericht einen ganzen Absatz gewidmet hatte, der das Video wunderbar zusammenfasste:
"In einem der PR-Filme bedient die SPD wieder ihr verloren gegangenes Malocher-Image. Eine kernige männliche Stimme schwelgt im Ruhrpott-Slang in klassischen NRW-Lobeshymnen und preist «die härtesten Jobs Deutschlands».
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In dem Film sind viele Menschen bei der Arbeit zu sehen, auch eine Postbotin. Und das ist ein Problem. Denn weder die Frau noch die Post wussten davon. Der Mutterkonzern DHL intervenierte bei der SPD, die gab zerknirscht zu: Es war ein Fehler! Ein Sprecher der NRW-SPD sagte mir für bild.de:
"Der Film wurde von einer externen Produktionsfirma umgesetzt. Mehr als 60 Menschen aus NRW haben ihr Einverständnis gegeben, darin gezeigt zu werden. Bei wenigen Szenen, in denen Personen nur kurz am Bildrand zu sehen waren, lag keine Einwilligung vor, was ein Fehler war, für den wir uns entschuldigen. Wir haben die Szenen entfernt, der Film läuft ohne sie weiter."
Sooo wenige Szenen waren das aber auch nicht. Gestern Nachmittag lud die SPD nämlich den neuen Film bei youtube und Instagram hoch, ganz ohne Postbotin, aber auch sonst mit ziemlich vielen neuen Motiven. Das Landtagsblog hat das alte und das neue Video nebeneinander laufen lassen. Bestimmt ein Dutzend Szenen wurden ausgetauscht: Ein Lokführer ist weg, ein Kind, ein Mann mit Sonnenbrille, ein Eiermann, Menschen an einer Trinkhalle - alle ausgetauscht.
Sogar zwei Männer, die sich vor einer Kneipe zuprosten, wurden rausgeschnitten - obwohl der Sprecher an der Stelle urspünglich sagte "Schönsaufen reicht auf Dauer nicht." Das war ein Lacher bei der Präsentation am Montag. Jetzt ist der Gag weg.

Und auch ein "Flink"-Fahrer ist aus aus dem Film. Der war nämlich ebenfalls unfreiwillig reingeraten. Ein "Flink"-Sprecher sagte mir:
"Der Einsatz unseres Markenauftritts in dem Wahlkampfspot war nicht mit uns abgesprochen. Flink nimmt keine Stellung zu politischen Kampagnen und unterstützt keine Parteien. Unsere Rider sind Teil des Stadtbilds – sie sind täglich auf den Straßen unterwegs, und das spiegelt sich offenbar auch in der Wahrnehmung der Menschen wider."
Man kann schließlich auch das Gute im Schlechten sehen.
Grünen-Stadtrat verhöhnt toten Aiwanger
Der tragische Tod von Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat - leider Gottes - neben Beileidsbekundungen auch wieder zahlreiche menschenverachtende Kommentare in den Sozialen Medien hervorgebracht. Auch aus einer unerwarteten Richtung: Ausgerechnet ein Grünen-Ratsherr aus Hilden schrieb "Der Tag wird immer besser" (mit Herz-Emoji). Später löschte der Mann das wieder - aber da hatten es natürlich schon viele als Beweis gesichert.
Die Grünen in Hilden reagierten bei Instagram, schrieben dort:
"Wir nehmen die berechtigte Kritik ernst. Der Vorfall wird mit dem betreffenden Mitglied und in den zuständigen Gremien aufgearbeitet werden."
Das ganze Statement in dem eingebetteten Posting.
FDP-Kunst war nicht aus Papier und Klebeband

Notiz an mich selbst: Wenn Leute, die nichts von Kunst verstehen, über Kunst schreiben - schwierig. Am Dienstag stand im Landtagsblog über eine neue Ausstellung vor dem Fraktionssaal der FDP, die Werke seien aus Papier und Kreppband. Sah auch so aus und ich traute mich nicht, die Sachen anzufassen. Jetzt kommt (dank einer Besucherin der Vernissage) heraus: Das stimmte nicht. Die Installation besteht tatsächlich aus schwerem Leinen, Zeichnungen auf Leinen mit Graphit, Stahl und Bienenwachs.
Bienenwachs! Wie kann man das denn mit Klebeband verwechseln? Sorry.
Reul ist im Homeoffice
Herbert Reul (CDU) ist nach seiner Hüft-OP nicht mehr im Krankenhaus und arbeitet aus dem Homeoffice heraus. Das verriet der NRW-Innenminister in einem "Zeit"-Interview. Mit Bezug auf eine erste OP wegen eines Tremors in der Hand und dann den zweiten ungeplanten Eingriff (neue Hüfte) nach dem Sturz bei der Polizei in Wuppertal sagte Reul der "Zeit":
"Ich habe zwei Operationen hinter mich gebracht. Eine war geplant, die andere stolperte dazu. Davon muss ich mich noch etwas erholen. Die Arbeit erledige ich jetzt im Homeoffice - für mich auch mal eine interessante Erfahrung."

Posse um Wüsts Presse-Tross in der Türkei
Klar, wer blöd fragt, kriegt auch mal ne blöde Antwort. Aber die Frage von SPD-Mann Rodion Bakum war gar nicht so doof: Er wollte wissen, wieviele Journalisten aus Berlin NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) auf seiner Reise in die Türkei begleitet haben. Die Landesregierung ließ Bakum auflaufen. Mit einer kuriosen Argumentation...
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