AfD sorgt sich vor katzen-fressenden Wölfen
- Oliver Auster
- 20. Nov.
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:

Es gibt wenige Tiere, die so polarisieren wie der Wolf: Sollte man ihn schonen? Eindämmen? Erschießen? Fest steht: Er fühlt sich in NRW recht wohl, vermehrt sich und taucht auch immer öfter mal in Städten (also zumindest an den Rändern) auf. Ich habe hier in Düsseldorf noch keinen gesehen, aber ich habe auch keine Katze - von daher gehöre ich nicht zur Zielgruppe einer aktuellen Kleinen Anfrage der AfD. Die Fraktion will im Landtag wissen: "Drohen haustierfressende Wölfe auch in NRW zu einem Problem zu werden?"
HAUSTIERFRESSENDE WÖLFE?!
Haltet eure Katzen fest, die AfD meint es ernst. Die Rechtspopulisten haben BILD.de gelesen und dort hieß es in einem Artikel aus Sachsen:
"Obskure Sekten, fiese Tierhasser oder geldgierige Fellhändler – wenn in kurzer Zeit mehrere Katzen verschwinden, kommen schnell die üblichen Verdächtigen ins Spiel. So war es zuletzt auch in den sächsischen Orten Taura, Dommitzsch, Schleife, Krauschwitz und Gablenz."
Die neuesten Beiträge aus dem Landtagsblog immer frisch in Ihrem Email-Postfach?
Da es in Taura und Dommitzsch keine obskuren Sekten gibt, fiel der Verdacht auf den Wolf. In einem Fall war es dann doch ein Hund und auch sonst gibt es eigentlich keinen rechten Beweis (bis auf eine DNA-Spur), aber das ist ja auch schwer. Denn ein Jäger sagt in BILD über die Wölfe:
„Die fressen die Katzen mit Stumpf und Stiel auf“.
Die AfD will in ihrer Kleinen Anfrage nun vom Land NRW wissen:
"Welche Kenntnisse liegen der Landesregierung über Wölfe vor, die Katzen und Hunde gerissen haben? (Bitte, sofern möglich, gebietsscharf nach Wolfskulisse oder Landkreis/ kreisfreier Stadt sowie nach Anzahl der Risse und Gattung der gerissenen Tiere aufschlüsseln!)"
Oder auch:
"Welche Kenntnisse hat die Landesregierung über eine Korrelation zwischen geringer Wilddichte und vermehrten Rissen an Haustieren durch Wölfe?"
Auf die Antworten darf man gespannt sein. Die Regierung hat dafür vier Wochen Zeit. Auch wenn sie das Papier vermutlich lieber dem Reißwolf zum Fraß vorwerfen würde.
Was ist mit der Tannenbaum-Beleuchtung passiert?

CDU - das U steht für Weihnachten! Bei den Christdemokraten steht seit gestern der traditionelle Christbaum vorm Fraktionssaal (wird noch geschmückt) und vor dem Landtag wurde die Riesen-Tanne (seit einer Woche da) mit einer Lichterkette geschmückt.
Die sieht in diesem Jahr aber irgendwie anders aus... Statt rundherum gewickelt, hängt sie von oben nach unten und ich meine: Das war sonst anders. Oder was meinen Sie? Schreiben Sie doch gerne mal.
Ansonsten wird es in den kommenden Wochen bestimmt wie alle Jahre wieder auch noch die eine oder andere Geschichte im Landtagsblog zu Tannenbäumen geben. Ich mag das. Ist so vorweihnachtlich. Auch hier gilt: Wenn Ihnen im Landtag, in ihrem Ministerium oder in der Staatskanzlei was auffällt: einfach melden! Ich bin zwar nicht die Wunschzettel-Filiale der Post in Engelskirchen, freue mich aber trotzdem über Einsendungen.
Ministerin Pauls Berater kassierte fast 80.000 Euro

"Fluchtministerium setzt Staatssekretär a.D. Jürgen Mathies als Berater zur Prozessoptimierung und Strukturanalyse im Landesaufnahmesystem ein": Unter dieser griffigen (hüstel...) Überschrift vermeldete das Flüchtlingsministerium vor gut zwei Jahren (also noch vor dem Anschlag von Solingen) die Verpflichtung des ehemaligen Polizeipräsidenten von Köln. Die SPD hatte neulich mal gefragt, was der inzwischen eigentlich so beraten hat und was die Kosten sind. Die Antwort, über die zuerst die WAZ berichtete, ist durchaus lesenswert.
Zur Frage, wie oft man sich gesehen hat, schreibt Ministerin Josefine Paul (Grüne):
"Herr Staatssekretär a.D. Jürgen Mathies und ich haben uns im genannten Zeitraum mehr als 20-mal in Videokonferenzen oder in Präsenz getroffen. Mindestens sieben Termine haben persönlich und in Präsenz stattgefunden. Zusätzlich gab es persönliche Telefonate und einen intensiven Austausch von Herrn Staatssekretär a.D. Mathies mit meiner Fachabteilung."
Und was hat der Spaß gekostet?
"Vom 24. Oktober 2023 bis zum 30. September 2025 leistete Herr Staats- Seite 3 von 3 sekretär a. D. Jürgen Mathies 1.260 Stunden als Berater. Dafür erhielt er eine Vergütung von insgesamt 80.325 Euro."
Die WAZ schreibt: "Dem Vernehmen nach soll Mathies im kommenden Jahr als „Abschiebeberater“ in der Haftanstalt für Ausreisepflichtige in Büren weiterhin Ministerin Paul an die Seite gestellt werden. Eine offizielle Bestätigung dieses neuen Beratungsauftrags gibt es bislang nicht." Der erste "Abschiebeberater" in NRW. Auch nicht schlecht.
Monika Kupers Liebeserklärung an ihren Mann
Am Dienstag haben Landtagspräsident André Kuper und seine Frau Monika ihren 42. (!) standesamtlichen Hochzeitstag gefeiert. „Moni“, wie sie alle nennen, hat dazu ein paar schöne, liebevolle Sätze bei Instagram geschrieben. Unter anderem auch diese:
„So sagen wir auch nach unfassbar vielen Jahren immer noch ‚Ja' zueinander und freuen uns auf und über diese Momente, wo wir gemeinsam versuchen, die Welt um uns ein bisschen besser zu machen. Danke auch unserer großartigen Familie, unseren treuen Freunden und allen lieben Menschen um uns herum, die vieles mitgetragen haben.
Ein wenig verrückt muss man schon sein, dieses Leben so anzunehmen und immer etwas Positives zu finden, auch wenn die Tage einen manchmal verzweifeln lassen.
(…,)
Dazu die Weitsicht und die westfälische Ruhe von André, keine Angst vor viel Arbeit, sowie unsere Liebe zu Menschen, das zusammen ist ein großartiges Pfund auf das wir sooo lange schon bauen können.“
Alles Gute!
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Gerne geschehen! Kostet Sie auch nichts. Aber: Das Landtagsblog lebt von Recherche - und Ihrer Hilfe. Haben Sie eine Info für mich? Schreiben Sie mir per Email an info@landtagsblog.de oder anonym über das Kontaktformular.


