Disney-Film war schuld am Drohnen-Alarm am Landtag
- Oliver Auster

- 26. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Nov. 2025
Heute außerdem im Landtagsblog:

Ich bin kein großer Fan von Animationsfilmen, aber "Zoomania" (Teil 1) fand ich schon sehr lustig (alleine die Behörden-Szene mit dem Faultier!). Diese Woche kommt "Zoomania 2" in die Kinos und dieser Fakt hat für den Drohnen-Alarm am Landtag gesorgt!
HÄH?!
Das kommt so: Disney hatte als besonderes Event den Rheinturm als Projektionsfläche für eine riesige "Zoomania 2"-Werbung gebucht. Von 18 bis 24 Uhr wurden am Freitag und Samstag die lustigen Tierfiguren aus dem Film am Turm gezeigt. In den Sozialen Medien rief Disney dazu auf, Fotos der Aktion hochzuladen - als Lohn winkten Kino-Freikarten. Ein paar Menschen haben sich dann aber wohl etwas zu sehr dafür engagiert - und gleich ihre Drohnen mitgebracht.
Mindestens eine flog direkt über dem Landtag, weshalb der Wachdienst die Polizei alarmierte. Die Beamten sichteten immer mehr Drohnen, am Ende waren es sechs. Zwei Drohnenpiloten entdeckte man an der Moselstraße und nahm ihre Personalien auf. Da die Hobbypiloten keine Genehmigung für die Fliegerei hatten, kassierten sie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige.
Disney selbst hatte übrigens auch eine Drohne beauftragt, der Pilot hatte aber - so beteuert die zuständige Agentur - eine Genehmigung und er wusste auch, dass er nicht über den Landtag fliegen darf (tat er dann auch nicht). Das Ergebnis des Profis sieht übrigens cool aus, das Video kann man hier sehen. Über die Disney-Connection habe ich zuerst für die Rheinische Post berichtet, bild.de hat sich dort bedient und auch eine Geschichte gemacht.
So kam es zum Eklat um neues Rechnungshof-Mitglied

Herrje, jetzt ist die Affäre um die Besetzung des Präsidentenjobs beim Oberverwaltungsgericht (OVG) gerade halbwegs ausgestanden, da gibt es schon wieder Streit um eine "Bestenauslese" und die Besetzung eines Spitzenpostens. Diesmal beim Landesrechnungshof (LRH). Das ganze artete am Mittwochmorgen in einer Schreierei im Landtagsplenum aus, wie man sie sonst nur aus Trash-TV-Formaten wie dem "Sommerhaus der Stars" bei RTL kennt: Der Zuschauer hat keine Ahnung warum, aber plötzlich rasten alle aus.
Hintergrund: Beim Landesrechnungshof ist Ende Juli der Direktor in Pension gegangen. Präsidentin Brigitte Mandt schlug eine Nachfolgerin vor, die aber vom Landtag bestimmt werden müsste. Das schien dort auch geeint. Auf den bisherigen Job der Frau als "Mitglied des Landesrechnungshofs" sollte dann wiederum jemand nachrücken - auch da machte Mandt einen Vorschlag. Der wurde aber abgebügelt, CDU und Grüne im Landtag brachten einen eigenen Kandidaten ins Spiel. Jetzt wurde es wild. In einem Brief an die Fraktionen (liegt dem Landtagsblog vor) machte Mandt zwischen den Zeilen klar, dass sie von dem schwarz-grün nominierten Mann nichts hält:
"Ich möchte grundsätzlich daran erinnern, dass das Amt eines Mitglieds des Landes-
rechnungshofs nicht vom Anwendungsbereich des Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz
und damit der Bestenauslese bei öffentlichen Ämtern ausgenommen ist."
Neben der fachlichen Qualifikation stellte Mandt die rechtliche Grundlage der Beförderung in Frage, da der Kandidat sozusagen ein paar Stufen überspringen würde. Eine Woche später sollten die neue Direktorin und das neue Mitglied dennoch gewählt werden. Aber: Erst knapp 20 Minuten vor der Plenarsitzung trudelte eine ausstehende rechtliche Bewertung aus der Staatskanzlei ein, dann wurde von Schwarz-Grün die Drucksache für die Abstimmung auf den Weg gebracht, die zu Beginn der Sitzung aber noch keinen Brief und Siegel hatte.
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Mandt, die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Ina Blumenthal, und Landtags-Vizepräsident Rainer Schmeltzer (SPD) steckten kurz vor der Sitzung die Köpfe zusammen. Dann ging Blumenthal ans Pult und forderte mit Verve, die Abstimmung von der Tagesordnung zu nehmen. CDU und Grüne reagierten gereizt, die AfD thematisierte dann auch noch den Streit mit dem Rechnungshof um den Landtagsanbau (warum auch immer).
Elf Stunden später kam es dann (nach einer neuerlichen Debatte) doch zur Abstimmung: Beide Kandidaten wurden mit den Stimmen von CDU und Grünen gewählt. Sie saßen auf der Besuchertribüne, Landtags-Vizepräsident Christof Rasche wünschte ihnen alles Gute für die neuen Jobs. Der Start war schon mal holprig.
AfD-Mann schreibt auch Weihnachtskarten im Plenum

Ob das der Würde des Parlaments entspricht? Nach Landesrechnungshof-Präsidentin Brigitte Mandt die Plenarsitzung am Dienstag zum Schreiben von Weihnachtskarten nutzte, machte es ihr der AfD-Abgeordnete Christian Loose am Mittwoch nach. Während der Haushaltsdebatte sortierte er seine Weihnachtskarten, dem Landtagsblog liegt ein Foto der Szene vor. Man sieht, wie Loose die Karten über sein ganzes Pult und noch den Platz des Nachbarn (gerade nicht da) verteilt.
Übrigens: Es gibt keine offizielle Regelung dazu, was man während einer Plenarsitzung machen darf (nur essen ist verboten). Welchen Eindruck die Wähler von ihrem Abgeordneten haben, bleibt ihnen überlassen.
Scharrenbach: "Krebs ist ein absolutes Biest"

Als Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) ihre Krebserkrankung öffentlich machte, löste das Schockwellen in der Landespolitik aus. Umso schöner war es, als sie vor einigen Wochen wieder persönlich im Kabinett erschien und auch öffentliche Termine wahrnahm. Dabei kämpft sie immer noch gegen die Erkrankung, wie Scharrenbach jetzt der "Bunte" sagte:
"Ich habe unverändert Krebs und unterziehe mich gerade einer Tablettentherapie, nachdem die Chemotherapie nicht in dem erhofften Maß anschlug. Noch bin ich nicht geheilt und weiß jetzt aus eigener Erfahrung: Krebs ist ein absolutes Biest."
An einen Rückzug aus der Politik habe sie nie gedacht, so Scharrenbach - aber ihr Terminkalender habe sich geändert:
„Ich sage auch mal Nein bei Terminen und mache weniger. Weniger ist jetzt mehr für mich.“
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