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Grüne schlachten Adenauers Veggie-Wurst aus

Heute außerdem im Landtagsblog:


Kanzler und Wurst-Erfinder: Konrad Adenauer
Kanzler und Wurst-Erfinder: Konrad Adenauer. Foto: Bundesarchiv

Ach, EU... manchmal machst du es den Menschen wirklich zu einfach, dich doof zu finden. Gestern sorgte erst der Vorstoß für eine "Chat-Kontrolle" für Aufregung (obwohl das Ziel ein gutes ist), dann ging's um die Wurst. Die Veggie-Wurst. Friedrich Merz hatte sich vor ein paar Tagen ja schon festgelegt: "Eine Wurst ist eine Wurst", so der Kanzler im ARD-Talk mit Caren Miosga - "und eine Wurst ist nicht vegan." Was Merz vermutlich nicht auf dem Zettel hatte: Der Erfinder der Veggie-Wurst war sein Vor-vor-Vor-vor-Vor-vor-Vor-vor-Vorgänger Konrad Adenauer!


Kein Witz. Adenauer ließ sich 1918 die "Friedenswurst" patentieren - eine Sojawurst (allerdings mit Spuren von Fleisch), die ihm aus dem Mangel heraus in den Sinn gekommen war. Da ist es natürlich der Zipfel - pardon - der Gipfel, dass CDU-Nachfahre Merz an der Veggie-Wurst rüttelt. Finden zumindest die Grünen. NRW-Chef Tim Achtermeyer veröffentlichte ein Insta-Video mit dem sinnigen Titel "Wurst Case Szenario", in dem er Merz und Markus "Wurst-König" Söder (CSU) flüstert, dass Adenauer eine Soja-Wurst erfunden habe, die nun nicht mehr Soja-Wurst heißen dürfe.

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Ganz so schlimm ist es noch nicht, denn es müssen alle Mitgliedsländer zustimmen. Und die Union, die von den Grünen so durch den Kakao gezogen wird, hat im Europaparlament mehrheitlich gegen das Veggie-Wurst-Aus gestimmt. Der Sauerländer Peter Liese, ebenfalls für die Union im EU-Parlament sagte zurecht: "Wir haben im Moment wirklich andere Sorgen."


Kriege? Trump? AfD? Doch nicht wurscht.


Wüst feiert mit großer Party-Koalition seinen 50.


Wüst bei seiner Begrüßungsrede
Wüst bei seiner Begrüßungsrede. Foto; Landtagsblog-Leserreporter

Nachdem ich gestern Mittag bei Instagram den Kühlschrank für Hendrik Wüsts nachträgliche Geburtstagsfeier am Abend gezeigt hatte, schrieb mir ein lieber Kollege: "Dann kommt ja Peer Steinbrück nicht..." Ein kleiner Seitenhieb wegen des Weißweins im Kühlschrank, der im Einkauf 8,90 Euro kostet. Steinbrück hatte 2012 als damaliger SPD-Kanzlerkandidat gesagt: "Eine Flasche Pinot Grigio, die nur 5 Euro kostet, würde ich nicht kaufen." Rechnet man die Inflation ein, wäre Wüsts Grauburgunder tatsächlich nichts für Steinbrück gewesen - aber den anwesenden Gästen vorm CDU-Fraktionssaal hat der Tropfen dennoch geschmeckt.


Wüst hatte (neben seinen Parteikollegen) auch Gäste aus allen anderen Fraktionen - außer der AfD - eingeladen. Während seiner kurzen Ansprache waren unter anderem Verena Schäffer (Grüne) und Christoph Rasche (FDP) anwesend, wie auf dem Foto zu sehen. Von der SPD war unter anderem Fraktionschef Jochen Ott da. Eine große Party-Koalition.


Forsa-Chef: Wüst genießt mehr Vertrauen als Merz


Forsa-Chef Manfred Güllner
Forsa-Chef Manfred Güllner. Foto: Forsa

So, Herr Wüst. Zahlen, bitte! Die liefert Forsa-Chef Manfred Güllner nicht nur zu Wahlen und bei der Sonntagsfrage, sondern auch regelmäßig in Briefings für Stammkunden und Entscheidungsträger. Güllner weist dort auch "Vertrauenswerte" aus - die seit Wochen nur für zwei Polit-Promis erbaulich sind: Boris Pistorius (SPD) und Hendrik Wüst (CDU). Pistorius steht auch diesmal mit 58 Punkten an der Spitze. Zum Vergleich: Friedrich Merz (CDU) hat gerade mal 35 Punkte, Lars Klingbeil 36 (Jens Spahn bildet mit 18 Punkten das Schlusslicht).


Und Wüst? Der ist mit 53 Punkten knapp hinter Pistorius und weit vor dem Kanzler (und Klingbeil). Güllner dazu:


"Hin und wieder ist zu hören, dass sich Lars Klingbeil bei der nächsten turnusgemäßen Bundestagswahl 2029 gute Chancen ausrechnet, als erhofft erfolgreicher und an Jahren immer noch vergleichsweise junger Finanzminister gegen den dann über 70-jährigen Merz die Wahl gewinnen zu können. Doch die aktuellen Vertrauenswerte von Klingbeil sind in allen Wählergruppen kaum besser als die von Merz. Ob sich das bis 2029 ändert, ist somit mehr als fraglich. Deutlich besser als die Werte von Friedrich Merz und auch von Lars Klinbeil sind hingegen in allen Wählergruppen die Vertrauenswerte von Hendrik Wüst."


Vielleicht sollte sich die CDU schon mal www.wuest-2029.de sichern. Die Domain ist noch zu haben!


Neuer (Neben-Job) für Charlotte Merz


Kanzler-Gattin (furchtbarer Titel) Charlotte Merz ist Direktorin des Amtsgerichts Arnsberg - und nun auch Chefin der Einigungsstelle bei der Stadtverwaltung Wickede. Das Gremium soll bei Streit zwischen Amtsleitung und Mitarbeitern vermitteln. Weil die Stelle vakant geworden war, fragte man bei Charlotte Merz an, so der Soester Anzeiger. Die habe sofort zugesagt. Ganz so viel Arbeit wird es wohl nicht. So notiert der Soester Anzeiger:


"Selbst altgediente Veteranen der heimischen Gemeindeverwaltung können sich nicht erinnern, dass die Einigungsstelle jemals in Aktion getreten wäre."


Der Fall Herdecke: Justiz versus Medien


Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz. Im blauen Hemd: Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn
Polizei und Staatsanwaltschaft bei der Pressekonferenz. Im blauen Hemd: Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn. Foto: Facebook / Livestream / Polizei Hagen

Zum Schluss noch ein paar Beobachtungen zur Pressekonferenz der Ermittlungsbehörden zum Fall Herdecke gestern Nachmittag: Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn holte ohne größere Not zu einer Art Rundumschlag gegen die Medien aus, die seines Erachtens zu groß über die blutige Attacke gegen die designierte Herdecker Bürgermeisterin Iris Stalzer (SPD) berichtet haben. Er verstieg sich sogar zu der Aufforderung, nun weniger zu berichten. Schließlich gehe es letztlich um einen Fall, der - so Haldorns Meinung - so sonst kaum überregionales Interesse gefunden hätte.


Das stimmt. Aber: Es steht der Staatsanwaltschaft nicht zu, den Medien ihre Arbeit zu erklären. So wie Haldorn mehrfach betonte, dass er sich von den Medien nicht treiben lassen wolle - und daher das Verfahren auch erst mal nur wegen gefährlicher Körperverletzung geführt wird und es keinen Haftbefehl gegen die tatverdächtige Adoptivtochter (17) gibt. Dazu kommt: Wie bei der Pressekonferenz durch eine Nachfrage eines BILD-Reporters publik wurde, hatte Stalzer sich beim Jugendamt und der Polizei beschwert - offenbar, weil ihr nicht geholfen wurde. Das dürfte ein internes und politisches Nachspiel haben, über das natürlich auch von den Medien berichtet werden wird.


Am Ende das Wichtigste: Iris Stalzer ist außer Lebensgefahr. Man wird sehen, ob und wann sie ihr Amt als Bürgermeisterin antreten kann. Gesundheit geht vor.

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