Heute AfD-Showdown: Fliegt Sprecher Schnappertz?
- Oliver Auster

- 23. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Juli
Seine Gegenspieler haben Parteiausschluss-Verfahren beantragt - Sondersitzung der Landtags-Fraktion

Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr...
Fraktionssprecher Kris Schnappertz hat sein Büro vor einiger Zeit ganz ans Ende des Ganges des AfD-Traktes im Landtag verlegt - maximal weit weg von dem Raum von Elmar Salinger, der ganz am Anfang sitzt. Salinger ist Vorsitzender des Düsseldorfer Kreisverbands und arbeitet eben auch im Landtag. Gleichzeitig ist Salinger - zusammen mit dem Düsseldorfer AfD-OB-Kandidaten Claus Henning Gahr komplett über Kreuz mit Schnappertz. Ende vergangener Woche errangen Salinger und Gahr einen großen Sieg gegen Schnappertz: Ihre Liste wurde zur Kommunalwahl zugelassen, Schnappertz ist raus. Einer, der das bejubelte, war der Landtags-Abgeordnete Sven Tritschler. Wenig später passierte Erstaunliches...

Tritschler setzte 48 Stunden nach der Düsseldorfer Listen-Entscheidung einen siebenseitigen Brief ab, der erst bei Fraktion und Bundesspitze, dann bei Spiegel und WDR landete. Der Inhalt, zusammengefasst: Eine enge Mitarbeiterin von Fraktionschef Martin Vincentz habe versucht, kompromittierendes Material gegen Tritschler zu sammeln und Schnappertz sei in die Sache "verstrickt". Auf Seite 6 der sieben Seiten arbeitet sich Tritschler eigentlich nur an Schnappertz ab. Am Schluss schreibt er: "Jede Vertrauensgrundlage für eine weitere Zusammenarbeit mit unserem Pressesprecher ist zerstört."
Dann verabschiedete Tritschler sich in den Urlaub.
Einen Tag später wiederum reichte OB-Kandidat Gahr im Namen des Kreisverbands Düsseldorf den Antrag auf ein Parteiausschlussverfahren (PAV) gegen Schnappertz ein. Begründung: Der Streit um die Düsseldorfer Wahlliste (die am Ende genehmigt wurde). In dem PAV-Antrag taucht am Rande auch Tritschler wieder auf, was jetzt auch nicht wirklich überrascht. Auch wenig überraschend: Matthias Helferich freut sich via X ein Loch in den Bauch.
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Am heutigen Donnerstag kommt die Fraktion zu einer Sondersitzung zusammen. Womöglich wird Schnappertz erst mal als Pressesprecher freigestellt. Was aus der Mitarbeiterin von Vincentz wird, gegen die Tritschler noch viel schlimmere Vorwürfe erhoben hatte, ist unklar.
Apropos Vincentz: Der ist nicht nur Chef der Landtagsfraktion, sondern auch des Landesverbands NRW. In einem Schreiben an AfD-Sympathisanten verkündete er jüngst, dass man nach dem Rausschmiss bei der Volksbank nun bei der Kreissparkasse Düsseldorf ein Konto habe (wie es dazu kam, stand mal in der Rheinischen Post). Problem: Man musste alle Briefbögen usw. neu drucken - was Kosten im deutlich fünfstelligen Bereich verursacht habe. Von daher bat Vincentz um Spenden. Einen Überweisungsträger hatte er dem Schreiben beigelegt. Es brennt vor der Kommunalwahl bei der AfD in NRW wirklich an allen Ecken.
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Langer Text, aber Moment mal - ist das Landtagsblog nicht in Sommerpause? Ja. Aber über die AfD habe ich an dieser Stelle so oft berichtet, dass ich Ihnen die neuesten Zerwürfnisse nicht vorenthalten wollte.
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