Nächste Ministeriums-Kantine dicht - bei Ina Scharrenbach bleibt die Küche kalt
- Oliver Auster

- vor 16 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:
Henriette Reker-Gemälde für Kölns Ahnengalerie
Kuriose Sparkassen-Werbung am Landtag
Gericht: Karnevalisten müssen für Konfetti im Garten zahlen

Die Kantinen-Situation im Regierungsviertel spitzt sich zu: Wie das Landtagsblog erfuhr, hat zum Jahreswechsel die Kantine im Bau-Ministerium von Ina Scharrenbach (CDU) dicht gemacht. Der langjährige Betreiber ist in Ruhestand gegangen und es gibt bis dato keinen Nachfolger. Noch ist unklar, wie es weitergeht.
Damit steigt der Mittagspausen-Druck - und mutmaßlich der Andrang auf die Kantine im Landtag. Zur Erinnerung: Am Parlaments-Restaurant waren zuletzt die externen Gäste vor 13 Uhr heimlich gezählt worden um zu belegen, dass es einfach zu viele sind, die sich nicht an die Zeitregel halten. Das hatte für viel Unmut bei Regierungsmitarbeitern gesorgt.
Die neuesten Beiträge aus dem Landtagsblog immer frisch in Ihrem Email-Postfach?
Auch im Gesundheitsministerium gibt's seit dem 1. September keine Kantine mehr, seitdem ist bei Karl-Josef Laumann (CDU) Schmalhans Küchenmeister. Wir erinnern uns: Auch die Staatskanzlei hatte keinen neuen Betreiber für das (Edel-)Bistro gefunden, nachdem der Caterer nur ein Jahr durchgehalten hatte. Inzwischen ist das Bistro nur noch ein Pausenraum mit Snack-Automat für Selbst-Verpfleger. Und auch die Kantine des Landeskriminalamts, die vom Schul- und vom Wissenschaftsministerium mitbenutzt wurde, ist geschlossen. Dort war vor Jahren ein Wasserschaden, woraufhin die Sanierung folgte.
Aber woran liegt's, dass man für viele Kantinen einfach keinen Nachfolger findet? Das lässt sich zwar pauschal schwer sagen, aber ganz allgemein spüren Kantinen-Pächter die langfristigen Folgen von Corona - namentlich die verbreiteten Homeoffice-Regelungen. Büroflächen werden leergeräumt, Schreibtische geteilt. Dazu kommen die gestiegenen Lohn- und Lebensmittelkosten. Insgesamt ist eine Kantine - trotz Arbeitgeber-Zuschuss - kein Selbstläufer mehr.
Henriette Reker-Gemälde für Kölns Ahnengalerie

Mach et jot, Henriette! Kölns ehemalige Oberbürgermeisterin wurde gestern Nachmittag offiziell verabschiedet und ihr Gemälde für die Ahnengalerie enthüllt. Das Werk (Ölgemälde) stammt von der Künstlerin Helena Parada. Die Malerin ist Tochter spanisch-koreanischer Eltern und in Köln aufgewachsen. Reker sagte:
"Ich habe mich für Helena Parada Kim entschieden, weil ihre Kunst Brücken baut – zwischen Kulturen, zwischen Tradition und Gegenwart. Das war auch immer mein Anspruch."
Unter den Gästen des Festakts war der Landtagsabgeordnete Arndt Klocke (Grüne), der dankenswerterweise auch das Foto hier gemacht hat. Klocke saß neben FC-Legende Toni Schumacher - man sieht, es war eine bunte Runde, die sich da im historischen Rathaus eingefunden hatte. Rekers Nachfolger Torsten Burmester (SPD) sagte:
"Henriette Reker stellte mit dem ersten Arbeitstag als Oberbürgermeisterin alles Persönliche hinter ihr Amt. Ihre klare Priorität lautete: Köln. Alles andere hatte sich unterzuordnen. Ein hoher Anspruch an sich selbst. Immer erreichbar und immer bereit, an die eigenen Grenzen zu gehen – oder sogar darüber hinaus, wenn es denn im Sinne dieser Stadt wäre."
Der fast tödliche Anschlag auf Reker ist übrigens mehr als zehn Jahre her. Für mich fühlt er sich noch immer präsent an.
Kuriose Sparkassen-Werbung am Landtag

"Dass das nicht klein Fritzchen war, der sich was ausgedacht hat, ist relativ wahrscheinlich": Herbert Reul (CDU) hat gestern in der Sondersitzung des Innenausschusses zum Millionen-Coup von Gelsenkirchen mal wieder ein paar herrliche Sprüche rausgehauen. Er legte sich aber auch fest: "Das Ding klären wir auf." Dafür sind aktuell 230 (!) Mitarbeiter bei der Polizei im Einsatz. Es ist nicht nur das größte Verbrechen (also was die Beute angeht), sondern auch der wohl mit am größte Ermittler-Aufwand, den NRW je erlebt hat.
Ein paar Meter vom Landtag entfernt präsentiert derweil die Sparkasse Düsseldorf (die natürlich nichts mit Gelsenkirchen zu tun hat) an der Rheinkniebrücke ein Werbeplakat, das in Anbetracht der aktuellen Ereignisse unfreiwillig komisch erscheint: "Warum wir besonders gut mit Ihrem Geld umgehen? Sie wissen wo wir wohnen." Okay, wie gut die Sparkasse (Gelsenkirchen) wirklich mit dem Geld der Kunden umgegangen ist, werden die Ermittlungen zeigen - wo die Sparkasse wohnt, haben die Einbrecher recht genau gewusst. Im nicht-öffentlichen Teil der Innenausschuss-Sitzung wurde dem Vernehmen noch mal klar, dass die Täter detailliertes Wissen über die Bank beziehungsweise ihren Grundriss hatten. Wohl kaum aus dem Kataster-Amt.
Gericht: Karnevalisten müssen für Konfetti im Garten zahlen

In Aachen, der Heimatstadt von Armin Laschet, schossen Karnevalisten 2023 mit einer Konfetti-Kanone in Richtung eines Grundstücks. Der Besitzer verklagte die Jecken wegen der Reinigung. Das Landgericht Köln gab ihm schon recht, das Oberlandesgericht setzte aber noch mal mehr Aufwand an - und erhöhte den Schadenersatz auf 1430 Euro, wie mehrere juristische Fachportale berichten. Im Urteil heißt es:
"Der Sachverständige hat nach Durchführung eines Ortstermins die Größe und Struktur des Grundstücks des Klägers sowie den witterungsbedingt erschwerten und dennoch durchgängig zeitsparenden Einsatz eines Kombi-Laubsaugers mit Blas- und Saugfunktion sowie eines handelsüblichen Teleskopstangensystems mit Wasserführung oder Bürstenaufsatz und die notwendige manuelle Entfernung aus schwer zugänglichen Bereichen berücksichtigt."
Na, dann...
Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen? Gerne geschehen! Kostet Sie auch nichts. Aber: Das Landtagsblog lebt von Recherche - und Ihrer Hilfe. Haben Sie eine Info für mich? Schreiben Sie mir per Email an info@landtagsblog.de oder anonym über das Kontaktformular.






Kommentare