Neubaur gibt 3950 Euro für Weihnachts-Email aus
- Oliver Auster

- vor 1 Stunde
- 5 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:
Gestern die große Reformen-Ankündigung in Berlin, heute heiratet Taylor Swift in New York - und (Noch-)Bundestrainer Julian Nagelsmann könnte auch noch fliegen/ gehen: Ganz schön was los gerade. Auch im Landtagsblog! Außer dem Content für alle gibt's heute noch zwei LandtagsblogPlus-Geschichten über eine teure digitale Weihnachtskarte und Wolfgang Kubicki. Jetzt erst mal Jochen Ott - gleich zwei Mal...
Ott 1: Er schließt Ministeramt in einem Kabinett Wüst nicht aus
Das ist aber auch immer gemein: Die Kollegen von Sat.1 NRW stellen bei ihren Sommer-Interviews mit Spitzenpolitikern zum Schluss sieben Fragen, die man nur mit "ja" oder "nein" beantworten soll. Einmal darf der Gast einen Joker nutzen - dann muss er gar nix sagen. So war das jetzt auch mit Spitzen-Kandidat Jochen Ott. Der setzte mehrmals zu einer längeren Antwort an und wurde prompt von den Interviewern Peter Pohl und Marc Hillen unterbrochen. Bei der Frage "würden Sie Minister unter Hendrik Wüst werden?" antwortete Ott dann:
"Joker."
Gut, dass er noch einen hatte, denn die Frage ist natürlich vermint. Wenn Ott "ja" sagt, öffnet er ja schon das Tor für "ich könnte verlieren". Und wenn er "nein" sagt, verbaut er sich ein realistisches Szenario.
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Daher ist die Überschrift über diesem Beitrag ein bisschen fies - aber sie trifft nun mal den Kern. Ott hält sich offen, in einer schwarz-roten Koalition ins Kabinett zu gehen. Nach der jüngsten WDR-Sonntagsfrage (infratest-dimap) würde es auch für eine CDU/SPD-Koalition reichen, sie hätte sogar mehr Sitze als Schwarz-Grün (also nach der gleichen Umfrage).
Ott 2: Er fordert freien Dom-Tag für Menschen aus NRW
Es gibt Gott und es gibt Ott. Letzterer fordert an einem Tag freien Eintritt für Besucher aus NRW im Kölner Dom. In einem Brief an Dompropst Monsignore Guido Assmann (in CC: "Seine Eminenz Kardinal Rainer Maria Woelki"), über den zuerst Kölner Stadt-Anzeiger berichtet hatte und der dem Landtagsblog vorliegt, heißt es:
"Der Kölner Dom war über Jahrhunderte nicht nur die Kathedrale der Stadt Köln, sondern das geistliche Zentrum des Kurfürstentums Köln – eines Territoriums, das weite Teile des heutigen Nord-rhein-Westfalens umfasste. In diesem Sinne ist der Dom ein gemeinsames kulturelles Erbe der Menschen in unserem Land. Wer in NRW lebt und den Kölner Dom besuchen möchte, ist deshalb kein Tourist, sondern Teil dieser gemeinsamen Geschichte."
Und weiter:
"Gerade deshalb rege ich an, noch einmal über Möglichkeiten eines weiterhin freien Zugangs für Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen zum Dom nachzudenken. Dies könnte beispielsweise durch einen regelmäßigen NRW-Tag pro Woche – etwa samstags – erfolgen, an dem der Eintritt grundsätzlich frei ist. Ein solcher Tag könnte zugleich als niedrigschwelliger kultureller Begegnungsraum dienen und gerade in heißen Sommerperioden auch als „Cooling Zone“ für Besucherinnen und Besucher der Innenstadt einen zusätzlichen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen."
Kann man mal drüber nachdenken.
Ministeriums-Aufzug kaputt: Schäffer zu Fuß in 12. Stock

"Kleine Sporteinlage 'dank' defekter Aufzüge...": Flüchtlingsministerin Verena Schäffer (Grüne) konnte am Donnerstag noch was Gutes daran finden, dass es im RWI4 schon wieder einen Defekt gab (nach dem Wasserschaden neulich). Schäffer machte sich zu Fuß auf in den 12. Stock, wo ihr Büro liegt.
Das RWI4 besteht aus zwei Türmen, über die das Ministerium verteilt ist. Gestern erwischte es die Aufzüge in dem Turm, in dem eben auch Schäffers Büro liegt. Wegen des Wasserschadens musste Ende Mai in dem anderen Turm die Strom- und Wasserversorgung in großen Teilen unterbrochen werden, so dass die Mitarbeiter vorübergehend alle ins Homeoffice mussten.

Erst 3900 für eine Email - dann 5800 Euro für Email und Karte
Okay, das passt nicht zur Jahreszeit - aber die Zahlen sind nun mal jetzt erst aufgeploppt. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) hat fast 4000 Euro für eine digitale Weihnachtskarte gezahlt. Die hatte keinen Link zu einem aufwendigen Drohnenvideo oder einer Grußbotschaft - es war einfach nur eine Email. 2025 wurde die neue Email (zusammen mit 200 ausgedruckten Weihnachtskarten) sogar noch mal 1900 Euro teurer. Hier die Details:
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