Finanzverwaltung richtet sechs "Kreativräume" ein
- Oliver Auster

- vor 11 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 59 Minuten
Heute außerdem im Landtagsblog:
Zugegeben: Alleine mit den Kabbeleien bei der AfD hätte man in den vergangenen Tagen trotz Parlamentspause das Landtagsblog füllen können - aber dafür gibt‘s heute und in den kommenden Tagen in loser Folge andere Geschichten (für AfD-Content kann man z.B. auch Frederik Schindler oder Annika Leister folgen). Heute geht es hier unter anderem um ein ungeskriptetes Foto von Hendrik Wüst und „Kreativräume“.
Wüst mit Jeanshemd und Bier neben "Tote Hosen"-Gattin

Seltener Blick auf den Privatmann Hendrik Wüst: Im Jeans-Hemd mit Apple-Watch und Bier in der Hand saß er beim „Tote Hosen“-Konzert in Köln neben der Ehefrau von Gitarrist Kuddel, Simona von Holst. Die lud bei Instagram ein Foto hoch, das Wüsts Ehefrau Katharina von den beiden gemacht hatte. Das Bild unterlegte von Holst mit dem alten „Hosen“-Song Kanzler sein. Der wurde 2002 veröffentlicht, als Gerhard Schröder Kanzler war. So erklärt sich auch diese Strophe:
„Und hier noch ein Gespräch mit Bush
Und da ein Besuch bei Sony
Und nie mal einfach Jogging-Hose
Immer nur Brioni“
Der Refrain ist übrigens:
„Seid bloß froh, dass ihr nicht Kanzler seid
Seid lieber froh, nicht Kanzler zu sein“
Ob Wüst den Song kennt?
Bezirksregierung fällt die Decke auf den Kopf
Dass sich der Kölner Bezirksregierungs-Vize für Instagram eine Neonjacke und einen Bauhelm anzieht, kommt auch nicht so häufig vor - jetzt aber schon: In dem kurzen Film führt er in ein Büro seiner Behörde, in dem die Deckenverkleidung runtergefallen ist. Autsch!
Jetzt werden in allen Büros im hinteren Bauteil des Gebäudes die Decken überprüft, ob die auch vor dem Deckensturz gefährdet sind. Solange sind erst mal viele Büros gesperrt. So blöd das alles ist - gute und offene Kommunikation.
Neuer FDP-Abgeordneter macht sich zum Landrat

Ein paar Tage, bevor Alexander Steffen (FDP) als Nachrücker für Dirk Wedel in den Landtag einzog, schrieb er in den Sozialen Medien: „Ab dann sollten sich Hendrik Wüst und seine schwarz-grüne Landesregierung besser anschnallen!“ Stattdessen haben sich die besagten Fraktionen erst mal amüsiert. An seinem (offiziell) allerersten Tag als Abgeordneter hat Steffen nämlich gleich den ersten (kleinen) Fehler gemacht. Zu einem Foto seiner Verpflichtung durch Landtagspräsident Andre Kuper schrieb Steffen:
„Beim Thema Kommunales bringe ich mit, dass ich seit 2020 im Kreistag sitze und seit letztem Jahr Landrat bin.“
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Landrat?! Das wäre mir jetzt tatsächlich neu gewesen. Stimmt auch nicht. Steffen ist stellvertretender Landrat. Steffen korrigierte es zunächst bei Instagram, später dann auch bei Facebook.
Fiskus bekommt sechs "Kreativräume" - wofür das denn?
Das Steuersünder kreativ werden, kennt man (leider). Das der Fiskus kreativ wird, hat man so nicht auf dem Schirm. Im neuen Rechenzentrum der Finanzverwaltung (RZF) in Kaarst werden aber gleich sechs «Kreativräume» eingerichtet. Wofür die gut sein sollen und was die kosten, lesen Sie hier.

"Bei der Umsetzung von IT-Dienstleistungen kommen verschiedene Experten aus den einzelnen Fachbereichen innerhalb des Rechenzentrums zusammen. Somit bestimmen Abstimmungsrunden und das gemeinsame Erarbeiten von Lösungsansätzen den Arbeitsalltag im RZF", hieß es gegenüber dem Landtagsblog. Und weiter:
"Die geplanten Kreativräume unterscheiden sich bewusst von klassischen (Doppel-)Büros oder Besprechungsräumen. Sie laden dazu ein, gewohnte Denkmuster zu verlassen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam neue Lösungswege zu entwickeln."
Und wie geht das?
"Flexible Möbel, unterschiedliche Arbeitszonen sowie digitale und analoge Arbeitsmittel unterstützen dabei moderne Methoden der Zusammenarbeit. Ziel ist es, Teams Raum für Innovation, Problemlösungen und die Weiterentwicklung von Arbeitsprozessen zu geben. Gerade bei Themen wie Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz oder der Weiterentwicklung von Serviceangeboten profitieren Organisationen von Arbeitsumgebungen, die kreatives und agiles Arbeiten fördern."
Die Verwaltung des Rechenzentrums betont:
"Kreativräume sind deshalb kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Veränderungen effizient zu gestalten und die Qualität von Verwaltungsleistungen weiter zu verbessern."
Und die Kosten? Liegen laut Rechenzentrum je Kreativraum inkusive Technik und Möblierung bei rund 10.000 Euro, also insgesamt 60.000 Euro. Denkt man zurück an das Innovation Lab der Polizei geht das ja noch...
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