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Vorsicht, Phishing: Fake-Nius-Attacke gegen Landtags-Abgeordnete

Autorenbild: Oliver Auster
Oliver Auster
vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit

Heute außerdem im Landtagsblog:


Wenn Sie in diese Woche eine Email des umstrittenen Nachrichten-Portals "Nius" mit einem Projektvorschlag bekommen haben sollten: Schnell löschen. Hunderte Bundestags-Abgeordnete und nach Landtagsblog-Informationen auch zahlreiche Landtags-Abgeordnete aus NRW haben die Phishing-Mail bekommen. Alle Details zur Cyberattacke lesen Sie unten. Jetzt aber erst mal zu einer ganz anderen Frage: Hat das Bundeswirtschaftsministerium den Kreis BORKEN vielleicht mit BORKUM verwechselt...?


Wüsts Heimat-Kreis Borken laut Bundesgesetz "Küstenregion"


KI-generiert; So viel Wind gibt's nur im Kreis Borken..
KI-generiert; So viel Wind gibt's nur im Kreis Borken... Illustration: ChatGPT/Landtagsblog

Wenn Holland nicht wär, läg Aachen am Meer... Aber Borken? Der Kreis (samt Wüsts Heimatstadt Rhede) ist gut 150 Kilometer von der Nordsee entfernt, wird in der Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) aber unter der Liste "Küstenregionen" geführt.


HÄH?!


Kein Witz. Sonst sind dort nur Kreise aus Schleswig-Holstein oder Niedersachsen aufgeführt - aus NRW nur Borken. Also weder Münster (obwohl gleich nebenan) und auch nicht Steinfurt (obwohl schon etwas näher an der Nordsee). In Borken ist es laut Bund besonders windig, so windig eben wie an der Küste. Angeblich. Die Bundestagsabgeordnete Anne König (CDU, aus Borken) hat da so ihre Zweifel und mehrfach beim Katherina Reiche-Ministerium nach der Datengrundlage gefragt. Bislang ohne Erfolg. Inzwischen hat sich auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) eingeschaltet, die den Borken-Befund für den "Gipfel des Unfugs" hält.


Das ganze ist keine Petitesse, denn es geht um die Fördersummen für neue Windkraft-Projekte. Die sollen weniger bekommen, wenn sie an der Küste stehen. Oder Borken. Heute ist das EEG in erster Lesung im Bundestag. Hoffen wir mal, dass sich die Sache bis zur 2. Lesung geklärt hat.


Schulze Föckings Brustkrebs-OP - bewegende Reaktionen


Das war eine krasse Nachricht und ein mutiger Schritt: Gestern machte Christina Schulze-Föcking (CDU) ihre Brustkrebs-OP öffentlich, schrieb bei Instagram;


"Ich weiß, dass ich nicht allein bin mit meiner Geschichte, meinen Sorgen - vor allem aber mit meinem festen Glauben daran, dass ich das schaffe! Diesen Glauben verdanke ich einer ganzen Reihe starker Frauen, die ihren Kampf gegen Brustkrebs öffentlich gemacht haben. Und die gewonnen haben. Auch deshalb möchte ich offen über meine Diagnose sprechen: Um den vielen Frauen Mut zu machen, die wie ich betroffen sind und ihren Kampf im Verborgenen führen."


Unter dem Instagram-Eintrag gab es viel Zuspruch, auch von etlichen Politikern aller Landtags-Fraktionen. Aber auch von Bundestagsabgeordneten und vielen, vielen anderen Menschen.


AfD würde auch in NRW bei Wahlen stark dazu gewinnen


Der Trend macht auch vor NRW nicht halt. Warum sollte es hier auch anders sein als im Rest Deutschlands? Wenn am Sonntag Bundestagswahlen (!) wären, würde die AfD laut Forsa (im Auftrag des Kölner Stadt-Anzeigers) in NRW auf 24 Prozent kommen. Das ist zumindest noch unter dem bundesweiten Schnitt (laut Forsa 27 Prozent). Interessant ist aber: Als Forsa nach Landtagswahlen (!) fragte, sagten "nur" 22 Prozent, dass sie AfD wählen würden. 29 Prozent CDU. Das ist für die CDU weit mehr als im Bundesschnitt (20 Prozent) und die Partei um Hendrik Wüst wäre auch weiter stärkste Kraft.

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Wie man es dreht und wendet: Sowohl bei einer Landtagswahl als auch bei einer Bundestagswahl am kommenden Sonntag würde die AfD stark hinzugewinnen. Dramatisch ist die Forsa-Umfrage übrigens für SPD und FDP in NRW. Bei der Landtagswahl-Sonntagsfrage kam die FDP bei Forsa auf gerade mal 3 Prozent, die SPD auf 14 Prozent - fast die Hälfte des letzten Landtagswahl-Ergebnisses.



Unbekannte kapern Nius-Email-Konto, um Abgeordnete zu linken


Ein Ausschnitt aus der Mail. Das Landtagsblog hat den angeblichen Absender abgeschnitten.
Ein Ausschnitt aus der Mail. Das Landtagsblog hat den angeblichen Absender abgeschnitten.

Am Dienstag wunderten sich viele Landtags-Abgeordnete, dass sie eine Email vom Portal "Nius" bekommen hatten - mit einem "Projektvorschlag". Am Mittwoch kam eine erneute Email von "Nius": Diesmal eine echte - mit dem Betreff "Sicherheitsinformation: Ausgesendete Phishing-Emails". Wieder eine fiese Cyber-Attacke gegen den Landtag - und bisher ist unklar, ob und welche Folgen sie hatte. Denn bis zum Mittwochabend wurden die Abgeordneten von der IT-Abteilung des Parlaments nicht informiert. Hier die Details:

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