Wüst-Besuch bei Tegernsee-Gipfel kostete 291 Euro
- Oliver Auster

- 21. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:

"Weimers Klartext" war angekündigt, am Ende war es aber n-tv-Chefredakteur David Whigham, der NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im vergangenen Mai beim "Ludwig Erhard-Gipfel" am Tegernsee interviewte. Wolfram Weimer hatte sich aus dem "Klartext"-Format zurückgezogen, weil er wenige Tage zuvor Staatsminister geworden war. Wüst sorgte gleich am Anfang für Lacher im Publikum, als er sagte: "Ich bin gerne hier. Fast so schön wie in Nordrhein-Westfalen". Dann ging's um den neu gewählten Papst. den neu gewählten Kanzler und die AfD. Bei youtube gibt's ein Video davon - eine gute Viertelstunde, wenig spektakulär. Der Wüst-Auftritt hatte keinen Nachhall - bis jetzt.
Denn als die Geschäftspraktiken der Weimer Media Group rund um den Erhard-Gipfel publik wurden, fragte die AfD bei der Landesregierung an, wer da über die Jahre so hingereist ist - und was das gekostet hat. Bei Wüst vergleichsweise wenig.
Aus der Antwort von Finanzminister Marcus Optendrenk geht hervor, dass Wüst eh in Bayern wegen dienstlichen Terminen unterwegs war. Und man die Reisekosten schwer heraus rechnen könnte. Aber:
"Für die aufgrund seiner Teilnahme am Ludwig-Erhard-Gipfel notwendige Übernachtung am Münchener Flughafen sind für ihn Kosten in Höhe von 291 Euro entstanden."
Und was ist mit den Paketen ("Mont Blanc") über die berichtet wurde, bei denen demnach Zugang zu Politikern in Aussicht gestellt worden sein soll?
"Der Ministerpräsident führte keine Einzelgespräche mit Unternehmen oder Einzelpersonen."
Ob zum Beispiel Armin Laschet oder andere Ex-Mitglieder der Landesregierung mal beim Gipfel am Tegernsee waren, kann Optendrenk nicht beantworten:
"Insbesondere die persönlichen Terminkalender der früheren Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber stehen der Landesregierung für die notwendige Recherche nicht mehr zur Verfügung."
Islamistin (14) kommt in Hochsicherheits-Container
Vor wenigen Wochen ist Nicole S. (Name geändert) 14 geworden. Sie hat ihren Geburtstag in einer geschlossenen Psychiatrie verbracht. Das deutsche Mädchen hatte erst als 13-Jährige am Islamistin Schlagzeilen gemacht - und dann eine Betreuerin niedergestochen, was ihren Fall noch schwieriger machte: Denn jetzt wollte keine Einrichtung das Mädchen mehr aufnehmen.
Am Ende musste ein Gericht einschreiten, die damals noch 13-Jährige kam letztlich in eine psychiatrische Klinik. Jetzt ist sie mit 14 strafmündig und man kann sie anders behandeln - im juristischen Sinne. Es geht aber auch um ihre Therapie. Und die Schulpflicht. bevor eine dauerhafte Lösung da ist, kommt die 14-Jährige jetzt in einen Container.
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Wie die Neue Westfälische zuerst berichtete und dem Landtagsblog bestätigt wurde, wird für das Mädchen im Kreis Paderborn ein Wohncontainer auf einem umzäunten Gelände hergerichtet. Auf dem Gelände wird es einen Sicherheitsdienst nur für die Jugendliche geben, der sie rund um die Uhr bewacht.
Im Sommer soll es dann an einem geheimen Ort eine dauerhafte Unterbringungsmöglichkeit geben, die ebenfalls extra für die 14-Jährige geplant wird. Man denkt also langfristig, denn das Mädchen wird wohl erst wieder freikommen, wenn sie nicht mehr als Gefahr für die Allgemeinheit gelten würde. Bislang ist sie davon wohl weit entfernt.
Koalition will sich mit dem Taser "befassen"

Es hat gefunkt bei mir, Baby, Baby…
An dieses uralte Lied von Helge Schneider muss ich oftmals unfreiwillig denken, wenn es um den Taser geht. Für die dpa habe ich am Wochenende eine Meldung zu den Einsatzzahlen im Jahr 2025 gemacht. Sie sind gestiegen. Und: Seit einigen Wochen sind – wie im schwarz-grünen Koalitionsvertrag beschlossen – die Evaluationen zu der Elektroschockpistole da. Die Studien sind fast nur positiv. Von daher gibt’s nun eigentlich keinen Grund mehr, den Taser nicht flächendeckend einzuführen - oder? Naja. Die Grünen sind eben immer noch keine Fans. Ein Sprecher des Innenministerium sagte mir dazu für die dpa:
„Nachdem die Gutachten zum Distanzelektroimpulsgerätes (DEIG) nun vorliegen, erfolgt eine Befassung mit diesem Thema durch die regierungstragenden Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU.“
Mal sehen, wann diese Befassung was hervor bringt.
Reul rekrutiert Rentiere für die Polizei

Da hat der Aufwand sich aber wirklich rentiert...
Das Innenministerium hat ein langes Weihnachts-Video von und mit Herbert Reul (CDU) bei Instagram hochgeladen. Teilweise aufgenommen im "Innovation Lab" der Polizei in Duisburg. Außerdem spielt das Landes-Polizeiorchester und es gibt KI-animierte Polizei-Rentiere. Kein Witz!
Das ganze rangiert zwischen Advents-Genie und Glühwein-Wahnsinn und ist auf jeden Fall sehenswert. Am besten auf dem Handy, da der Film im Querformat aufgenommen wurde und im Laptop hochkant angezeigt wird.

Reul gibt schauspielerisch alles - die Rentiere auch. Sie reiten am Ende durch eine Stadt, die nicht so ganz zu identifizieren ist. Man sieht das Dortmunder "U", aber auch den Kölner (?) Fernsehturm und Hochhäuser in... Düsseldorf? Rechts könnte auch die Staatskanzlei zu sehen sein. Hm.... Sachdienliche Hinweise gerne an mich.
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