Bei Staatskanzlei-Party: Narren gehen als Kantinen-Verbot
- Oliver Auster

- vor 18 Minuten
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:

Pass op, pass op, Prinzessin, das Krokodil will dich fressen... aber erst ab 13 Uhr!
Es gibt wenige Themen, die im Landtag (jenseits der Politik) in den vergangenen Monaten für mehr Debatten gesorgt haben als die Landtagskantine und ihre Öffnungszeiten für Gäste - also die Mitarbeiter aus Staatskanzlei und Ministerien. Die sollen bekanntlich erst ab 13 Uhr kommen. Jetzt nehmen die Regierunsleute die umstrittene Regelung karnevalistisch aufs Korn. Dem Landtagsblog liegen mehrere Fotos der Altweiber-Party in der Staatskanzlei vor, bei der das Kantinen-Verbot ein richtiges Trend-Kostüm war!
Ja, die Bilder hier sind alle echt - keine Karnevals-KI.

Wir sehen: Einen Narren mit Hähnchen auf dem Kopf und dem Verbotsschild vom Kantinen-Eingang um den Körper und eine Regierungs-Mitarbeiterin in Currywurst-Rock und Pommes-Top mit einer Uhr (natürlich 13 Uhr).
Ebenfalls wurde noch ein "Koch" gesichtet, der sich über den Kantinen-Caterer "Genuss und Harmonie" lustig machte mit dem Aufkleber "SPÄTGenuss und DISHarmonie". Ich muss zugeben, ich habe bei allen Bildern herzlich gelacht. Jetzt muss nur noch Jacques Tilly einen Kantinen-Wagen bauen... Okay, das ist jetzt vielleicht etwas unwahrscheinlich - und Putin, Trump oder auch die AfD machen am Ende (mal wieder das Rennen). Wir werden es am Rosenmontag sehen.
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Gefeiert wurde gestern ab 11.11 Uhr auch in diversen Ministerien und im neuen Wahlkreisbüro von Nathanael Liminski (CDU) in Bonn.
Der Chef der Staatskanzlei bekam Besuch von prominenten Bonner Grünen, darunter der Abgeordneten Julia Höller und Grünen-Landeschef Tim Achtermeyer, der - Achtung - als Mona Neubaur verkleidet war. Natürlich ganz in schwarz mit Perücke und dem "Herz aus Stahl", das die Ministerin vor ein paar Tagen verliehen bekommen hatte.
Wirtschaftsministerium hängt 3500 Euro teure Lampen auf

Apropos Mona Neubaur: Die hat im 21. Stock ihres Ministeriums eine neue Besprechungs-Etage und die sieht seeeehr gediegen aus. Schöne Möbel, Pflanzenwände und verdammt teure Lampen. Wie ich für den Kölner Stadt-Anzeiger recherchiert habe, wurden alleine 15 Leuchten der Design-Schmiede "Occhio" vom Typ „Mito sospeso Pendelleuchte 60“ aufgehangen. Preis pro Stück (!) 3500 Euro. Nach den anderen Lampen habe ich nicht gefragt, aber laut Augenzeugen sind die auch nicht von Ikea. Eine Neubaur-Sprecherin sagte mir dazu:
"Ausschlaggebend für die Auswahl waren funktionale und technische Kriterien, insbesondere eine gleichmäßige und blendfreie Ausleuchtung von Konferenzsituationen, Dimmbarkeit, Energieeffizienz, Kompatibilität mit der vorhandenen Gebäude- und Steuerungstechnik sowie eine lange Lebensdauer und ein geringer Wartungsaufwand. Ziel war eine nachhaltige, funktionale und langfristig nutzbare Ausstattung der Konferenzräume."
Der Steuerzahlerbund nahm die Sache Altweiber-gemäß auf. Verbandschef Rik Steinheuer:
"Um es in Worten zu sagen, die der jecken Jahreszeit entsprechen: Wenn die Gespräche, Konferenzen und Besprechungen in den neu ausgeleuchteten Räumen zu erhellenden Erkenntnissen führen, die dem Preis der Lampen entsprechen, können die Steuerzahler sich in den nächsten Jahren auf gute politische Entscheidungen freuen.“
Wüst-Video mit Straßenfotograf Fabiano geht viral
Neulich habe ich hier was zu den Fotografen-Kosten für Hendrik Wüst geschrieben. Dieses Shooting war für ihn allerdings unbezahlbar...
Mehr als 68.000 Likes hatte das Video des Düsseldorfer "Straßenfotografen" Fabiano bis Donnerstag bei Instagram gesammelt, in dem man sein Treffen mit Wüst sieht. Fabiano passte den Ministerpräsidenten zwischen Staatskanzlei und Landtag ab (den Weg geht Wüst in der Regel immer zu Fuß) und machte ein spontanes Shooting mit ihm. Fabiano legt Wert darauf, dass es tatsächlich immer Zufallsbegegnungen sind - und so mag es auch diesmal gewesen sein. Wüst erkannte ihn demnach, weil der Straßenfotograf auch schon Düsseldorfs OB Stephan Keller (CDU) angequatscht und fotografiert hatte. Die wenig entspannte Art der Personenschützer spricht für die Authentizität der Begegnung.
Wie auch immer: Die Instagram-User lieben Wüsts souveräne Reaktion ("super sympathisch!" "Stabil!" "Nächster Bundeskanzler") und das Video geht durch die Decke - auch dank Repost durch Wüst.
4400 Menschen haben ihr Geschlecht gewechselt
Der Fall um eine Düsseldorfer, Polizistin, die früher ein Polizist war, ist zwar ziemlich einzigartig – aber jenseits der besonderen Umstände kein Einzelfall. Zur Erinnerung: die Polizistin hat laut ihren Vorgesetzten an verschiedenen Stellen fallen lassen, dass sie nur für eine schnellere Beförderung ihr Geschlecht beim Standesamt gewechselt habe. Es gibt dazu noch Gerichtsverfahren, mal sehen, was da rauskommt. Fest steht: in NRW haben innerhalb eines Jahres tausende Menschen ihr Geschlecht beim Standesamt ändern lassen. Das geht aus seiner Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD hervor. In dem Papier heißt es:
„Zwischen November 2024 und Oktober 2025 wurden nach vorliegenden vorläufigen Ergebnissen 4.401 Änderungen des Geschlechtseintrags von nordrhein-westfälischen Standesämtern an IT.NRW als statistisches Landesamt übermittelt.“
Der unkomplizierte Wechsel ist dank einer Gesetzesänderung möglich. Wie viele Menschen von männlich zu weiblich oder umgekehrt oder zu divers gewechselt sind, geht aus dem Papier nicht hervor.
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