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"Die gibt Schmink-Tipps": Staatskanzlei verteidigt Auftrag an Sex-Influencerin

Autorenbild: Oliver Auster
Oliver Auster
vor 8 Minuten
4 Min. Lesezeit

Heute außerdem im Landtagsblog:


Gekicher gestern im Gleichstellungsausschuss, als die FDP-Abgeordnete Susanne Schneider eine Nachfrage zu "Sex-Influencerin" Marie Joan stellte, die für eine Landes-Kampagne engagiert wurde. Dann die überraschende Aussage des zuständigen Referatsleiters der Staatskanzlei: "Niemand nennt die Sex-Influencerin - außer Herr Auster vom Landtagsblog." Der Referatsleiter weiter: "Die gibt Schmink-Tipps." Okay, Marie Joan redet viel über Lippen. Nur nicht über die in ihrem Gesicht. Zur Beweisaufnahme geht es hier entlang. Vorher die ungeschminkte Wahrheit über einen Kabarettisten, Panzer und eine Kantine:


SPD stellt Nachfragen zu Wüsts Bosporus-Kabarettist


Ich war bei der Türkei-Reise von Hendrik Wüst nicht dabei, aber laut Beteiligten gab es einen Moment zum Fremdschämen: Den Auftritt von Kabarettist Fatih Çevikkollu bei einer Fahrt über den Bosporus. Sein scheinbar sehr improvisierter Monolog sorgte für Irritationen, die jetzt von der SPD aufgegriffen werden. Die Opposition hat eine Kleine Anfrage auf den Weg gebracht, die in Teilen mindestens mal lustiger als die Sprüche von Çevikkollu ist. Ein Auszug:


"Welche Rolle spielte der Wunsch der Landesregierung nach Baklava und karamellisiertem Milchpudding bei der Entscheidung, den Kabarettauftritt vorzeitig zu beenden?"

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Hintergrund: Laut bild.de wurde das Programm des Kabarettisten wegen "Tonproblemen" gekürzt, so dass man zum Desserbuffet übergehen konnte. Mal sehen, was die Regierung zu antworten hat.


Der Ausflug war Granate: CDU-Fraktion bei Bundeswehr


Hoch auf dem flecktarnfarbenen Wagen: Die CDU-Fraktion bei der Panzerbrigade.
Hoch auf dem flecktarnfarbenen Wagen: Die CDU-Fraktion bei der Panzerbrigade. Foto: CDU Fraktion

Ausflug der CDU-Landtagsfraktion in die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf. Dort ist die Panzerbrigade 21 „Lipperland" stationiert, die als erste Brigade des Heeres zur neuen Kräftekategorie „Mittlere Kräfte" gehört und damit eine Schlüsselrolle in der NATO-Verteidigungsplanung einnimmt. "Die Abgeordneten erlebten eine dynamische Gefechtsvorführung auf dem Standortübungsplatz im Lipperland, besichtigten Kaserneninf-rastruktur und Neubauprojekte und aßen mit den Soldatinnen und Soldaten aus der Feld-küche", so die Fraktion.


Chef Thorsten Schick sagte: „Wer gestern über den lippischen Übungsplatz gelaufen ist, der versteht: Verteidigungsfähigkeit ist kein abstraktes Konzept. Sie hat Gesichter, sie trägt Uniform, und sie braucht unsere volle Unterstützung."


Seit vier Jahren dicht: Millionengrab LKA-Kantine


Kantinen-Content ist ja ein Dauerbrenner im Landtagsblog, heute geht es aber nicht um das Restaurant des Landtags, sondern die Gemeinschaftsküche für das Landeskriminalamt (LKA) und benachbarte Ministerien an der Völklinger Straße. Ältere erinnern sich: Die unterirdische Kantine (nicht wegen des Geschmacks unterirdisch, die ist wirklich unter der Erde) ist schon seit Ende 2022 dicht. Ein Wasserschaden. Wie aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP, über die zuerst die Rheinische Post berichtete, hervorgeht, wurde seitdem viel Geld in der Genuss-Ruine versenkt:


"Für die Sanierungsplanung, die Ursachenforschung im Zusammenhang mit dem Wasserschaden sowie die Aufrechterhaltung der Bistronutzung sind dem BLB NRW bislang Kosten in Höhe von insgesamt rund 800.000 Euro entstanden. Hinzu kommen Betriebskosten in Höhe von rund 300.000 Euro für die Jahre 2023 bis 2025. Für das Jahr 2026 liegen die entsprechenden Betriebskosten noch nicht vollständig vor."


Na, Mahlzeit. Wann die Kantine wieder eröffnet, ist unklar. Als Ersatz gibt es ein Bistro, Snackautomaten und Wasserspender, so Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) in seinem Papier für den Landtag. FDP-Haushaltsexperte Ralf Witzel sagte zu dem Kantinen-Dilemma:


"Wir erwarten jetzt nicht nur einen vollständigen Kassensturz, sondern auch einen verbindlichen Fahrplan. Wer eine Millionen-Kantine jahrelang außer Betrieb lässt, muss das gegenüber Parlament, Beschäftigten und Steuerzahlern erklären. Ein Bistro und Snackautomaten ersetzen keine Kantine. Das räumt selbst die Landesregierung ein.“



Kennt die Staatskanzlei Marie Joans Sex-Nachhilfe nicht?


"Kinks, Fetische, Edging, Unicorn-Sex - Marie Joan spricht über alles, was in- und außerhalb des Schlafzimmers passiert, und begeistert damit tausende Fans auf Social Media. Mit ihrem provokanten, ehrlichen Blick auf das Dating- und Sexleben von Gen Z & Millennials scheut sie sich nicht vor Tabus."


So bewirbt ihr Management die Influencerin Marie Joan. Aber die Staatskanzlei behauptet, sie gebe hauptberuflich Schmink-Tipps - und rede nur hin und wieder über was anderes. "Völlig überrascht" sei man daher gewesen, als das Landtagsblog die junge Frau "Sex-Influencerin" betitelt habe. So erzählte es der Referatsleiter Medienwirtschaft gestern im Gleichstellungs-Ausschuss des Landtags, als er die Bilanz zur (guten!) Kampagne "Fake / Off" vorstellte.


Ich will dem Referatsleiter nicht zu nahe treten, aber ich glaube, da hat sein Team sich nicht so richtig mit Marie Joan beschäftigt. So schreibt zum Beispiel das "Süddeutsche Magazin" bei Instagram über die junge Frau "@marieejoan, 24, erklärt auf Social Media Millionen Menschen, wie guter Sex funktioniert. Im Interview spricht sie über Scham, über Vulvalippen, die wie Blumen aussehen, und darüber, wie sie lernte, für ihre eigene Lust einzustehen."


Und es wird noch schlimmer...

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