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Land wirbt mit Sex-Influencerin gegen Fake News

Heute außerdem im Landtagsblog:


Ausschnitt aus dem Video bei Instagram
Ausschnitt aus dem Video bei Instagram

Kennen Sie Marie-Joan Schmidt? Nö? Dann fragen Sie mal Ihre Kinder. Die junge Frau hat 1 Million Follower bei TikTok und noch mal mehr als 800.000 bei Instagram. Sie gilt als die "Dr. Sommer" der Generation Internet, spricht offen über Sexualität und alles, was junge Menschen eben so interessiert. Der "Spiegel" widmete ihr 2024 ein Porträt mit dem Titel "Wie 'Dr. Rambazamba' über Sex aufklärt." Seit Dienstag macht Marie Joan (so ihr Name in den Sozialen Netzwerken) für die Düsseldorfer Staatskanzlei Werbung gegen Fake News. Beim Schminken.


Während Marie Joan sich pudert, erzählt sie von dem Internet-Fake, laut dem es einen Tag gebe, an dem Männer Frauen straffrei vergewaltigen dürfen. "Nicht der Tag an sich ging viral, sondern die Warnungen davor", erklärt Marie Joan beim Wimperntuschen. "Panik geht schneller viral als die Wahrheit", sagt die junge Frau treffend. Daher sei die Initiative "Fake OFF" des Landes NRW so wichtig, teilt die Influencerin dann ihren Fans mit. Den Link zu der Aktion, die sich vor allem an Schülerinnen und Schülern richtet, teilt sie dann auch.


GENIAL.


Wirklich. So gut hat das Land vermutlich noch nie Werbegeld investiert (das Video ist auch als "Anzeige" gekennzeichnet). Denn wie soll man sonst so viele junge Leute erreichen? Neben Marie-Joan wurden weitere Content Creators unter Vertrag genommen, darunter auch "Newsfluencer" Fabian Grischkat. Den kenne ich sogar von Instagram (guter Typ).

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Die "Fake OFF"-Kampagne wurde im Nachgang des Anschlags von Solingen als Teil des großen Pakets der Landesregierung beschlossen, sie liegt im Verantwortungsbereich von Medienminister Nathanael Liminski (CDU).


Ist Josefine Pauls SMS bald ein Fall für den Staatsanwalt?


Noch mal Solingen. Bei dem (teilweise vor Gericht getragenen) Streit um die SMS von Flüchtlingsministerin Josefine Paul (Grüne) im Zuge des Anschlags blickt man ja kaum noch durch. Aber diese Ausführung von FDP-Rechtsexperte Werner Pfeil (FDP) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der SPD ließ mich dann doch aufhorchen: Aus Pfeils Sicht könnte Pauls Gebaren eine Straftat sein. Stichwort: "Aktenunterdrückung".


Pfeil und seine SPD-Kollegin Lisa Kapteinat sehen es nicht in ihrer Zuständigkeit, Paul anzuzeigen - hier müsse die Staatsanwaltschaft qua Amt selbst aktiv werden. Auf Nachfrage meinte Pfeil, dass es dann auch zu einer Razzia im Ministerium kommen könnte. Könnte, hätte, wollte - klar, hier wird mit vielen Konjunktiven gearbeitet. Aber sollte - wie die Opposition mutmaßt - eine SMS tatsächlich aktiv aus den Akten genommen worden sein, wäre dass schon... interessant. Die SMS, die der Kölner Stadt-Anzeiger enthüllt hatte, liegt dem Solingen-U-Ausschuss übrigens immer noch nicht vor.


Hier schwebt das neue NRW-Polizeiboot in der Messe ein


Anlieferung in der Messe
Anlieferung in der Messe. Foto: Siemer Werft

Die Messe "boot" in Düsseldorf ist unter anderem bekannt für die feinen Yachten, die dort ausgestellt werden. Heute wird dort - etwas ungewohnt - ein Polizeiboot getauft. Das Rheinstreifenboot WSP 3 wird in Köln stationiert und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Die Werft hat ein kleines Video veröffentlicht, das schon mal einen Vorgeschmack gibt.


Der vergangene Sommer mit den vielen Badetoten im Rhein und den folgenden Schwimmverboten - auch in Köln - hat leider deutlich gezeigt, wie (überlebens-)wichtig so ein Polizeiboot sein kann.


Lotto-Millionär Chico gibt Lars Klingbeil Finanztipps


Fabian Köster bei Chico auf der Couch
Fabian Köster bei Chico auf der Couch. Foto: ZDF Mediathek / heute show Spezial

Es gehört schon eine Menge Mut oder Masochismus dazu, sich mit "heute show"-Reporter Fabian Köster in den Interview-Fahrstuhl zu begeben. Markus Söder geriet bei der ersten Ausgabe ziemlich schnell an seine Ironie-Grenzen, Finanzminister und Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD) machte jetzt eine bessere Figur. Auch wenn Köster ihn wirklich hart ran nahm. Die halbe Stunde sollte man sich in der ZDF-Mediathek reinziehen, zumal man kuriose Einblicke in das Heim des Dortmunder Lotto-Millionärs "Chico" bekommt - der als Finanzexperte für Klingbeil-Tipps herhalten muss.


Chico, so lernt man, hat eine Baseball-Schläger-Sammlung an der Wand und mit der würde er Markus Söder (CSU) "einen Kopf kürzer machen", wenn der das Geld statt "für Kids" in die Mütterrente stecken würde. Nun hat der ZDF-Dreh ja nichts mit der Landespolitik zu tun, sonst wäre das doch glatt wieder ein Fall für FDP-Mann Ralf Witzel.

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