Grüne holen Social Media-Chef der Bahn an Bord
- Oliver Auster

- vor 11 Stunden
- 4 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:
HALLOOO! HÖREN SIE MICH?! Sorry, dass ich so laut schreibe - aber es geht um‘s Bumm-Bumm-Festival „Parookaville“ in Weeze. Das beginnt kommenden Freitag und auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird vorbeischauen. Im Rahmen einer Niederrhein-Tour wird Wüst am Freitagnachmittag einen Rundgang übers Gelände machen. Das erinnert ein bisschen an seine Ostwestfalen-Tour, die Wüst bei den "Ehrlich Brothers" vorbeiführte: Hammer-Fotos! Und so ahne ich, wo die meisten Fotografen am 17. Juli dabei sind - nicht beim Ehrenamtsempfang in Rees... Aber wo wir schon bei Bildern sind:
Wüst zeigt Fake-Büro bei TikTok

„Es ist nicht alles, wie es scheint“, sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in seinem allerersten TikTok-Video - da ging es um das Thema Fakes. Das war am Mittwoch. Am Donnerstag zeigte sich, wie recht Wüst hat: Bei TikTok muss man aufpassen wie ein Schießhund. Auch beim Ministerpräsidenten. Der zeigte sich nämlich in seinem zweiten Video bereits vor einem gefälschten Bürobaum.
Auf den ersten Blick würde man denken, Wüst stehe in einem echten Büro und erkläre an einem Laptop seinen „NRW-Plan“. Hobby-Botaniker dürften sich allerdings gleich fragen, was da für eine Pflanze im Hintergrund steht - die sieht nämlich mehr aus wie aus einem Computerspiel als aus dem Gartenmarkt.
Die neuesten Beiträge aus dem Landtagsblog immer frisch in Ihrem Email-Postfach?
Kein Wunder: Das Grünzeug ist computergeneriert wie das komplette „Büro“, in dem Wüst zu stehen scheint. Der Ministerpräsident wurde tatsächlich nämlich vor einem Green-Screen gefilmt. Das war in einem Making-of-Video bei Instagram (nicht TikTok) zu sehen. Das simulierte Büro wurde per Computer eingefügt.
Eine Steilvorlage für die Opposition. SPD-Fraktionsvize Christian Dahm sagte dem Landtagsblog:
„‚Es ist nicht alles, wie es scheint‘ dürfte der ehrlichste Satz in der Amtszeit von Hendrik Wüst sein: Schöne Bilder kann er, damit hört es dann aber auch auf. Der Kampf gegen Fake News ist wichtig – und wir unterstützen jede Kampagne, die hierzu beiträgt. Noch hilfreicher wäre es aber, wenn die Landesregierung selbst ehrlicher wäre."
Damit meint Dahm nicht den falschen Bürobaum, sondern den "NRW-Plan" aus dem TikTok-Video, den die SPD seit Wochen zerpflückt:
"Schwarz-Grün versucht gerade die Milliarden aus Berlin als eigenen ‚NRW-Plan‘ und damit als Investitionen der Landesregierung in die Infrastruktur zu verkaufen. Dafür wurde sogar eine eigene Werbekampagne aus der Staatskanzlei heraus konzipiert, die die Städte und Gemeinden jetzt verbreiten sollen. Ausnahmsweise stimmen wir der Landesregierung also zu: Es ist in der Tat nicht alles, wie es scheint.“
Finanzminister spendiert XXL-Kuchen zur 100. Sitzung

Wenn Frau Kirsch einen Erdbeerkuchen anschneidet... dann gibt der Finanzminister einen aus. Zur 100. Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses hat Marcus Optendrenk gestern einen gewaltigen Erdbeerkuchen mit einer "100" mitgebracht. Nett!
Ausschuss-Chefin Carolin Kirsch ergriff erst das Kuchenmesser und dann das Wort - und bedankte sich scherzhaft beim Minister dafür, dass er die Torte extra selbst gebacken habe. Bezahlt wurde das Präsent für den Ausschuss aus dem Budget des Finanzministeriums. Lohnende Investition.
Kronanwalt und Bestseller-Autorin als Sachverständige
Gestern im Landtagsblog schon angerissen, wurde die Sache gestern bei der ersten Sitzung des Parlamentarischen Untersuchungs-Ausschusses (PUA) zur Causa Scharrenbach fix gemacht: Der britische Kronanwalt Adam Tolley soll als Sachverständiger gehört werden. Tolley wurde 2022 durch den damaligen britischen Premierminister Rishi Sunak zum unabhängigen Ermittler ernannt, um Mobbingvorwürfe gegen den damaligen Justizminister Dominic Raab zu untersuchen. Am Ende trat Raab zurück. So einen Sonderermittler wie Tolley hatte die SPD wegen Scharrenbach auch gewollt - wurde abgelehnt.
Außerdem auf der Experten-Liste der SPD: Mobbing-Forscherin Prof. Margit Löbner, Beamten-Rechts-Professor Thorsten Masuch, Sabine Sommer (Arbeitsrecht) und Bestseller-Autorin Stefanie Stahl („Das Kind in dir muss Heimat finden“).

Neuer Sprecher der Grünen spricht zuerst im Landtagsblog
Zurückbleiben bitte, es fährt ein: Der neue Pressesprecher der Grünen-Fraktion. Der Job war vakant, seit Arne Lieb als Sprecher zu Flüchtlingsministerin Verena Schäffer (Grüne) gewechselt ist. Der Nachfolger war bisher Social Media-Chef der Bahn. Und so heißt er:
Möchtest du weiterlesen?
landtagsblog.de abonnieren, um diesen Beitrag weiterlesen zu können.


