Staatskanzlei kann Prinz Andrews Gastgeschenk nicht mehr finden
- Oliver Auster

- 17. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Heute außerdem im Landtagsblog:

Im Februar 2007 war ein Mann, den man heute "formerly known as Prince" nennen könnte, zu Besuch in Düsseldorf: Andrew Albert Christian Edward Mountbatten Windsor, ehemals Duke of York, ehemals Prinz Andrew. Damals war der Epstein-Skandal in weiter Ferne und niemand ahnte, was aus dem Adeligen mal werden würde - der seinerzeit noch britischer Sonderbotschafter für Wirtschaft war. In dieser Rolle kam er auch nach NRW und traf den damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) in der Staatskanzlei. Zu der Stippvisite notierte die "Welt":
"Auch Geschenke wurden ausgetauscht: Golfbälle mit dem Landeswappen in einer Mahagoni-Truhe für den passionierten Golfer Prinz Andrew, für den Ministerpräsidenten eine handgemachte Box für Manschettenknöpfe."
Wir wissen nicht, was aus den Golfbällen für Andrew wurde - aber was macht man denn jetzt mit den Manschettenknöpfen? Sie sind ja schon ein bisschen das Geschenk eines Gastes, den man im Nachhinein gerne vergessen würde. Das Landtagsblog hat bei der Staatskanzlei angefragt. Antwort:
"In der Staatskanzlei befinden sich derzeit rund 70 Gastgeschenke, die größtenteils in Vitrinen im Landeshaus ausgestellt sind. Das im Jahr 2007 überreichte Geschenk an MP a.D. Jürgen Rüttgers liegt nicht mehr vor."
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Hm. Ja, wo isses denn? Versteigerungen von Gastgeschenken wie im Landtag (für einen guten Zweck) gibt es laut einer Sprecherin in der Staatskanzlei nicht. Was aus den Gastgeschenken wird, die nicht ausgestellt werden, bleibt unklar. Die Manschettenknöpfen des Prinzen sind offenbar verschütt gegangen. Ist wohl auch besser so.
Kabinetts-Klausur diesmal ohne Glühwein-Abend

Das Kabinett um Hendrik Wüst (CDU) zieht sich heute und morgen zur auswärtigen Klausur zurück. Klausur... da war doch was vor einem Jahr: Da hatte man den Abend auf dem Weihnachtsmarkt von Xanten ausklingen lassen und mit einigen örtlichen CDU-Politikern bei einem leckeren Glühwein angestoßen. Die SPD hatte damals gedampft vor Wut und aus der Sache einen parlamentarischen Vorgang gemacht, weil eben kein Soze zum Punsch geladen war.
Nun machen die meisten Weihnachtsmärkte in NRW erst am 21. November auf, von daher gibt's für Wüst und seine Ministerriege keinen rechten Anlaufpunkt (wo das Kabinett tagt, halten wir hier mal geheim). Von daher geht man auch neuerlichem Glüh-Neid der SPD aus dem Weg.
Netter Zug von der Bahn: 15 Euro-Fahrt für Politiker
Ab dem 14. Dezember fährt die S6 wieder zwischen Essen über Kettwig nach Hösel - die Strecke war wegen eines Hangrutsches länger gesperrt, weil kaputt. Die Wiedereröffnung findet sechs Monat früher als geplant statt, worauf die Bahn stolz ist - und daher unter anderem Abgeordnete des Landtags zu einer Sonderfahrt am 13. Dezember von Essen nach Düsseldorf einlädt. Interessant ist der "Hinweis" am Ende des Schreibens:
"Für den Fall, dass Sie Amtsträger sind, gehen wir davon aus, dass Ihre internen Regeln die
Annahme unserer Einladung zulassen bzw. die Genehmigung Ihrer zuständigen Behörde vorliegt (Vorbehalt). Der Wert der Einladung liegt insgesamt bei circa 15 EUR pro Person."
15 Euro... Hoffentlich ist da noch ein belegtes Brötchen drin.
Neubaur: Fenster-Tanne ist ein "Symbol der Beständigkeit"

Es werde Licht... Ab dem 30. November bis zum Dreikönigstag (6. Januar) von 18 Uhr bis Mitternacht schaltet das Wirtschaftsministerium wieder die traditionelle "Fenster-Tanne" im sogenannten Mannesmann-Haus an. Eine Düsseldorfer Tradition - findet auch Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Sie sagte dem Landtagsblog:
„Der leuchtende Tannenbaum in den Fenstern des Wirtschaftsministeriums ist ein kleines Symbol der Beständigkeit in aufregenden Zeiten. Es erinnert uns auf dem Weg nach Hause, zu den Weihnachtsmärkten der Stadt oder beim Spaziergang an der Rheinpromenade daran, dass Weihnachten die Zeit des Zusammenhalts ist. Als Wirtschaftsministerium haben wir stets die zukünftige Entwicklung unseres Landes im Blick, wir wissen wie wichtig Zusammenhalt ist und freuen uns deshalb auf die alljährliche Beleuchtung der Fenster.“
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