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Steht hier eine 7000-Euro-Lampe im Landtag?

Aktualisiert: vor 8 Stunden

Heute außerdem im Landtagsblog:


Die Lampe, die verdächtig nach dem 7000 Euro-Modell der Marke "Occhio" aussieht beim Besuch der Karnevalisten bei der FDP
Die Lampe, die verdächtig nach dem 7000 Euro-Modell der Marke "Occhio" aussieht beim Besuch der Karnevalisten bei der FDP

Noch nicht sooo lange her, da sorgten Designerlampen in der Staatskanzlei für Aufsehen. Jetzt wurde eine mutmaßlich noch viel teurere im Landtag gesichtet. Aber keiner weiß, wo sie herkommt.


Hintergrund: Beim "Närrischen Landtag" hatte auch die FDP-Fraktion Besuch von Karnevalisten, ein Gast lud ein kurzes Video aus dem Büro des Abgeordneten Christoph Rasche (auch Landtags-Vizepräsident) bei Instagram hoch. Der geneigte Beobachter erkannte in dem Film eine besondere Lampe: Das Teil sieht aus wie das Modell "Mito Largo" von Occhio. Preis: Rund 7000 Euro.


HUCH!


Rasche sagte dem Landtagsblog dazu:


"Die Ausstattung des Büros wurde zu meiner Zeit als Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion durch die Landtagsverwaltung im eigenen Ermessen beschafft. Auch als Landtagsvizepräsident ab 2022 verblieb sie in unterschiedlichen Büros, die ich seitdem genutzt habe. Die Raumausstattung ist Eigentum des Landtags - weitere Rückfragen sind deshalb bitte an die Landtagsverwaltung zu richten." 


Gesagt, getan. Ein Sprecher der Verwaltung sagte dem Landtagsblog zu der Lampe:


"Sie stammt aus dem Fundus des Landtags und ist älter. Daher können wir keine genauen Angaben zum Alter oder zum Anschaffungspreis machen. Da auf der Lampe auch Herstellerangaben fehlen, können wir nicht bestätigen, dass es sich um die von Ihnen genannte Lampe oder um eine Lampe von einem anderen Hersteller handelt. Neu angeschafft würde eine Lampe in der von Ihnen genannten Preisklasse auf keinen Fall."

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Wenigstens ein bisschen (teures) Licht ins Dunkel gebracht. Aber vielleicht wissen Sie ja mehr? Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie etwas über die Lampe wissen - oder auch so eine im Büro stehen haben.


Schäffer wusste zwei Tage vorher von Pauls Rücktritt


Es ist im Endeffekt ja egal, aber die Düsseldorfer Polit-Blase hat sich schon gefragt: Wann entschied sich Josefine Paul (Grüne) eigentlich zu ihrem Rücktritt als Flüchtlingsministerin? Zunächst stand der Verdacht im Raum, dass eine Anfrage des Kölner Stadt-Anzeigers zu einer neu aufgetauchten SMS das Fass zum Überlaufen gebracht haben könnte. Dann verbreitete sich die Version, dass Paul ihren Entschluss schon seit Tagen gefasst hatte. Ihre Nachfolgerin Verena Schäffer (Grüne) bringt nun etwas Licht ins Dunkel. Sie wusste es zwei Tage vorher. Schäffer einem Interview mit der Rheinischen Post:


"Am Sonntagabend habe ich erfahren, dass Josefine Paul zurücktreten will. Dann habe ich eine Nacht drüber geschlafen. Nein, eigentlich habe ich nicht geschlafen. Ich habe eine Nacht darüber wachgelegen, denn ich war gerne Fraktionsvorsitzende. Dann gab es Montag viele Gespräche – auch mit meinem Mann, schon darüber, wie wir das mit den Kindern hinkriegen. Dienstag war schon meine Ernennung – und ich freue mich wirklich sehr darauf, das Amt mit eigenen Ideen ausfüllen zu können."


Frust-Posting über SPD-Karneval zieht unfreiwillig Kreise


SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott (MItte) als Robin Hood mit Parteifreunden.
SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott (MItte) als Robin Hood mit Parteifreunden. Foto: Instagram / Mario Dahm

"Der Streisand-Effekt bezeichnet ein soziologisches Phänomen, bei dem der ungeschickte Versuch, eine unliebsame Information zu unterdrücken, das genaue Gegenteil erreicht, weil er die öffentliche Aufmerksamkeit auf ebendiese Information lenkt und so ihre allgemeine Verbreitung fördert.


So steht's bei Wikipedia und so ähnlich war das jetzt auch bei einer XXL-Karnevalsveranstaltung der SPD in der "Lachenden Köln Arena". Die Kölner Sozialdemokraten verkaufen bei der Veranstaltungsserie seit Jahren immer an einem Abend ein großes Kontingent an Karten an (Partei-)Freunde und nennen das ganze dann das "Närrische Parlament". Es sind unter den Tausenden Besuchern aber immer auch "normale" Gäste und von denen echauffierte sich einer am Tag danach bei Facebook:


"Superstimmung am Sonntag in der Köln Arena, aber warum muss man bei der lachenden Köln Arena die SPD zelibrieren. Den OB lass ich mir ja noch gefallen, aber was sucht ein Herr Joisten dort auf der Bühne? Warum keine Vertreter der Grünen, schließlich die stärkste Kraft, oder der CDU? Finde so etwas Scheiße."


Was der Facebook-Nutzer damit meinte: Auf der Bühne durften Kölns OB Torsten Burmester, SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott und eben Kölns Fraktionschef Christian Joisten den feiernden Genossen Hallo sagen. Die Einzelmeinung des Kommentators wäre in der Facebook-Gruppe "Wahnheide Netzwerk" wohl untergegangen, wenn SPD-Mann Joisten sich nicht noch zu einer viel längeren Antwort hätte hinreißen lassen:


"Ich weiß zwar nicht so genau, was Sie gestört hat, aber ich kläre das gerne auf: Seit fast 100 Jahren lädt die Kölner SPD in jeder Session zum „Närrischen Parlament“ ein - nach dem Krieg zunächst in die Sporthalle, seit Eröffnung der KölnArena eben in diese, stets in Kooperation mit dem Veranstalter der Lachenden Sporthalle bzw. der Lachenden Arena. Dabei wird ein Großteil der Karten durch die SPD verkauft, der Rest geht dann in den freien Verkauf.

Und genau heute fand das diesjährige Närrische Parlament statt, zu dem wir als Spitze der Kölner SPD zu Beginn begrüßt haben - in aller Kürze, wie Sie sicherlich bemerkt haben.

Hoffe, dass diese Erklärung das Ganze ein klein weniger „scheiße“ erscheinen lässt Andernfalls stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne für eine persönliche Rücksprache via PN zur Verfügung. Zudem hoffe ich, dass sie trotz meines Anblicks noch eine schönen Abend in der LanxessArena gehabt haben - uns hat es jedenfalls wie immer sehr gut gefallen!"


An dem Punkt fiel die Geschichte dann t-online auf und sie machte die Runde (bis hierhin ins Landtagsblog). Merke: Manchmal ist Schweigen Gold - auch im Karneval.


Die Berliner Justizsenatorin und ihre Dienstreisen nach NRW


Senatorin Felor Badenberg.
Senatorin Felor Badenberg. Foto: Justizsenat / Hans-Christian Plambeck

Kennen Sie Felor Badenberg? Nein? Komisch. Die Berliner Justizsenatorin hat laut ihrer Sprecherin nämlich einen "Bekanntheitsgrad" in NRW, der immer wieder zu Anfragen zu Terminen in ihrer alten Heimat führten. So sagte es die Sprecherin dem "Tagesspiegel", der sich in einer langen Geschichte an den Dienstreisen der Justizsenatorin abarbeitet - die demnach sehr oft nach NRW gingen. Der "Tagesspiegel" hegt den Verdacht, dass das daran liegen könnte, dass Badenberg - ehemalige Vizepräsidenten des Verfassungsschutzes - noch einen Wohnsitz in Köln hat. Der "Tagesspiegel" schreibt über Badenbergs Heimatbesuche, dass diese "in zahlreichen Fällen" in "Verbindung mit NRW-Dienstreise an einem Freitag oder Montag" stünden.


In dem Artikel werden übrigens neben Besuchen beim Verfassungsschutz auch welche bei NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und Medienminister Nathanael Liminski (CDU) genannt. Badenberg wies am Dienstag alle Vorwürfe zurück: Sie suche mit Absicht das Gespräch mit Ministerkollegen in anderen Bundesländern: "Ich glaube, ich würde mich eher angreifbar machen, wenn ich es nicht tun würde."

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