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Wüsts Top Gun-Jacke zum Nachkaufen (Achtung, wird teuer...)

Aktualisiert: 17. Nov.

Heute außerdem im Landtagsblog:


Wie einst Maverick und Iceman: Hendrik Wüst und Mark Rutte in den Flieger-Jacken
Wie einst Maverick und Iceman: Hendrik Wüst und Mark Rutte in den Flieger-Jacken. Foto: X/Hendrik Wüst

"Top Gun in Geilenkirchen" titelte die WAZ zum Treffen von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf dem nordrhein-westfälischen AWACS-Stützpunkt. Und das stimmte modisch auf jeden Fall: Wüst und Rutte bekamen nämlich jeweils eine Flieger-Jacke in die Hand gedrückt, wie sie auch Tom Cruise in "Top Gun - Maverick" bei der berühmten Motorrad-Szene trug. Die NATO hatte sich sogar die Mühe gemacht, personalisierte Patches für die zivilen Gäste herzustellen. Der WAZ-Kollege vor Ort, Tobias Blasius, notierte:


"Der NRW-Ministerpräsident und der NATO-Generalsekretär zieren sich zunächst, die militärischen Blousons überzuziehen. Vielleicht wollen sie auch nur, dass man denkt, sie genierten sich. Wer wollte das schon sicher sagen bei solch PR-gestählten Entscheidungsträgern."


Stolz waren sie - vermute ich - trotzdem. Was die beiden vermutlich nicht ahnten: Diese Jacken sind selten - und sehr teuer. Die NATO ließ eine Anfrage unbeantwortet, was der Wert der Jacke ist, aber dafür gibt's ja das Internet. Bei dem Modell handelt es sich um eine CWU 36/P Flight Jacket, Sommer-Modell (im Winter ist sie aus Leder). Das Original ist aus feuerfester Nomex-Faser und kostet rund 700 Euro (ohne Patches). Eine Nachbildung liegt bei 600 Euro. Ich gehe mal davon aus, dass Wüst und Rutte keine Kopie sondern das Original bekommen haben. Das ist für Zivilisten schwer zu bekommen, aber einen Laden gibt es hier.

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Was wurde aus Wüsts Jacke? Ein Sprecher der Staatskanzlei sagte dem Landtagsblog:


"Die Flight Jacket, die dem Ministerpräsidenten gestern von Colonel Henk Kiffen (Stellvertretender Kommandeur und Senior National Representative, NATO Early Warning and Control Force, Geilenkirchen) übergeben wurde, befindet sich in der Staatskanzlei."


Auf einer Anrichte in seinem Büro mit Geschenken, die Wüst wichtig sind, baute er zudem ein kleines AWACS-Flugzeug auf. Die rare Jacke könnte er eigentlich für einen guten Zweck versteigern. Nur so eine Idee.


Landesrechnungshof hat das JU-Abendessen im Blick


Auf diesen Nachtisch hätte die Staatskanzlei wohl gerne verzichtet: Nachdem ich für den Kölner Stadt-Anzeiger und im Landtagsblog über das CDU-finanzierte Abendessen der Jungen Union in der Staatskanzlei berichtet habe, interessiert sich der Landesrechnungshof für den Vorgang. Denn selbst wenn die Partei das Catering bezahlt hat, könnten die Haushaltsprüfer noch Fragen zu begleitenden Kosten (Sicherheit, Service) haben. Ein Sprecher des Landesrechnungshofs sagte mir:


„Ob der dargestellte Sachverhalt Anlass zu einer Prüfung gibt, ist offen.“


Dann warten wir mal ab....


Nachtrag (8:18 Uhr): Ich habe jetzt erst gesehen, dass die "WAZ am Sonntag" sich in ihrer Landespolitik-Kolumne auch noch mal dem Abendessen gewidmet hat (gibt's leider nur im Epaper, kann ich nicht verlinken). Der Kollege Tobias Blasius schreibt unter anderem:


Die gerade erst luxuriös umgebaute Staatskanzlei gehört allen Steuerzahlern. Wüst darf sie als demokratisch auf Zeit gewählter Hausherr nicht zu parteipolitischen Zwecken missbrauchen. Die Junge Union hat zwar hinterher das Büffet bezahlt, um die Sause aus der Grauzone zu holen. Verwunderlich bleibt das Ganze dennoch. Wüst, der selbst mal JU-Chef war, galt eigentlich als extrem vorsichtig und regelbewusst. Obendrein ist er ein gebranntes Kind im Umgang mit Parteifinanz-Skandalen."


Für die Jüngeren unter den Lesern: Es geht um die "Rent a Rüttgers"-Affäre.


Ehemalige-Abgeordneten-Verein feiert Jubiläum mit Lammert


Peter Biesenbach, Norbert Lammert und Landtagspräsident André Kuper.
Peter Biesenbach, Norbert Lammert und Landtagspräsident André Kuper. Foto: Sebastian Wuwer

Kennen Sie "VEML" e.V.? Das ist die Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Landtags Nordrhein-Westfalen. Dieses Jahr feiert der Verein sein 45-jähriges Bestehen. (Glückwunsch!), weshalb vergangene Woche ein besonderer Gast kam: Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert. Sein Vortrag hieß "In welcher Verfassung befindet sich unser Land? Demokratie braucht Demokraten" - das passte hervorragend zur Intention des überparteilichen Vereins, so Geschäftsführer Sebastian Wuwer zum Landtagsblog.


50 Gäste waren da, darunter die ehemalige Landtagspräsidentin Carina Gödecke, der ehemalige Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und Ex-Justizminister Peter Biesenbach - er ist Vorsitzender des Vereins. Hier gibt es noch mehr Informationen darüber, was die Ehemaligen über das Jahr so machen. Spannend!


SPD-Kandidatensuche wird immer herter


Marc Herter
Marc Herter. Foto: NRW SPD

Es gab mal Zeiten, da war die Spitzenkandidatur der SPD in NRW ein heiß umkämpfter Posten. Jetzt ist es nur noch eine heiße Kartoffel. Nachdem Bärbel Bas intern schon vor langer Zeit abgewunken hat, nahm sich SPD-Hoffnungsträger Sören Link via BILD aus dem Rennen. Blieb noch Marc Herter, gerade in Hamm als OB wiedergewählt. Doch für die SPD wird‘s immer härter, beziehungsweise Herter - denn der will auch nicht. Gegenüber „The Pioneer“ sagte er, er habe bereits „eine klare, abschließende und

unzweideutige Antwort gegeben. Diese lautete – auch wenn ich mich sehr

geehrt fühle – und lautet: Nein, mein Platz ist Hamm.“


Bei „The Pioneer“ mutmaßt ein anonymer Sozialdemokrat, dass es jetzt wohl Fraktionschef Jochen Ott werde - aber zu 100 Prozent wisse man das auch nicht. Fakt ist: Ott ist Abgeordneter und hat seinen Wahlkreis in Köln - das macht es schon mal einfacher, weil der Ministerpräsident in NRW ein Landtagsmandat braucht. Für Bärbel Bas (wenn sie doch noch wollen würde) müsste man erst mal einen Wahlkreis „frei“ machen. „heute show“-Zuschauer wissen: Bas kommt aus Duisburg - dort gehört der Wahlkreis Duisburg I allerdings SPD-NRW-Chefin Sarah Philipp.


So landet man wieder bei Ott. Der hat sich noch nicht selbst aus dem Rennen genommen, aber gibt auch kein Gas. Der Rheinischen Post sagte Ott mit Bezug auf Sören Link:


"Solche Spekulationen sind normal. Die Landesspitze hat dazu alles gesagt, und wir bleiben beim verabredeten Fahrplan bis Ende Januar. Dann erfahren Sie mehr."

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