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Sex-Podcaster will für SPD in den Landtag

Heute außerdem im Landtagsblog:


 Lars Tönsfeuerborn im Februar 2025 nach seinem Eintritt in die SPD mit dem damaligen Kanzlerkanidaten Olaf Scholz
 Lars Tönsfeuerborn im Februar 2025 nach seinem Eintritt in die SPD mit dem damaligen Kanzlerkanidaten Olaf Scholz. Foto: Instagram / Lars Tönsfeuerborn

"schwanz & ehrlich" ist nach eigenen Angaben der erfolgreichste queere Podcast Deutschlands. Wie der Name sagt, geht es dort um... Sex. Einer der Hosts, Lars Tönsfeuerborn, will 2027 für den Landtag kandidieren - und zwar für die SPD. Das kündigte der Düsseldorfer jetzt bei Instagram an.


Der ehemalige "Prince Charming"-Kandidat sagte in seinem Statement, er wolle nicht "weiter nur zusehen". Viele Nachrichten hätten ihn motiviert, mitzugestalten. "Ich glaube an soziale Werte, an Mitmenschlichkeit. Und ich glaube, dass Demokratie gerade jetzt Menschen braucht, die Verantwortung übernehmen." Bei der Düsseldorfer SPD habe er Menschen kennengelernt, "die genau für die Werte einstehen." Tönsfeuerborn verspricht: "Ich komme, um zu bleiben."


Noch hat der Podcaster keinen Wahlkreis - und selbst mit dürfte es mit einem Direktmandat schwierig werden: Bei der vergangenen Landtagswahl gingen alle vier Wahlkreise an CDU-Kandidaten. Allerdings genießt Tönsfeuerborn in der queeren Community eine hohe Popularität und wäre mal eine ganz andere Farbe für die SPD.


Keller-Video mit Straßenfotograf war auch kein Zufall


Stephan Keller in dem Video, das zufälliger wirkt, als es in Wahrheit war.
Stephan Keller in dem Video, das zufälliger wirkt, als es in Wahrheit war. Foto: Instagram / Fabian.mit.o

Die Enthüllung zum Fake-Fotoshooting mit Hendrik Wüst (CDU) beim Kölner Stadt-Anzeiger hat gestern für ein großes Echo gesorgt (z.B. hier, hier, hier oder hier). Viele fühlten sich bei dem Video von Wüst an eines mit Düsseldorfs OB Stephan Keller (CDU) aus dem vergangenen September erinnert. Und Sie ahnen es: Ja, auch das war nicht so zufällig entstanden, wie es suggeriert wurde...


Das Keller-Video hatte damals für (ein bisschen) weniger Furore gesorgt, als das aktuelle mit Hendrik Wüst - aber es war im gleichen Stil produziert: "Straßenfotograf" Fabiano hatte scheinbar zufällig Keller beim Mittagessen mit zwei Wahlkampf-Mitarbeitern gesichtet, angesprochen und zu einem spontanen Fotoshooting überredet. Das sah damals total spontan aus, sammelte mehr als 83.000 Likes und sorgte für viel Lob der Instagram-Nutzer für Keller. Aber... Wie Kellers damaliges Wahlkampfteam der CDU mir für die Rheinische Post sagte, war die Sache doch etwas anders:


"Auf Anfrage von Fabiano haben wir vom Wahlkampfteam aus ihm mitgeteilt, dass Stephan Keller in der Mittagszeit im Straßenwahlkampf auf der Westfalenstraße unterwegs sein würde.  Der konkrete Ablauf einer Begegnung war mit Herrn Keller nicht abgesprochen. Eine Gegenleistung gab es nicht."


Interne Ermittlungen um Reul schon wieder beendet


Die hausinternen Ermittlungen gegen Innenminister Herbert Reul (CDU), die vor gut zwei Wochen für Aufsehen gesorgt hatten, sind schon wieder beendet. Laut einem aktuellen Papier des Innenministeriums für den Landtag hatte die hauseigene Whistleblower-Anlaufstelle den ganzen Fall der Staatsanwaltschaft weitergereicht. Damit sei das für die interne Meldestelle erledigt gewesen.

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Die ebenfalls involvierte Innenrevision habe, als sie das gehört hat, ebenfalls keine Zuständigkeit mehr gesehen. Im Ministerium ist das Thema damit durch. Die Staatsanwaltschaft wiederum hat den Anfangsverdacht der Untreue schon verworfen und prüft jetzt noch, ob irgendetwas anderes faul gewesen sein könnte bei den Verhandlungen Reuls zur Polizei-Bruchbude in Wuppertal. Meine Prognose: Das wird auch ad acta gelegt.


Fall Remscheid: 100.000 Schuss Munition entdeckt


Dieses Foto veröffentlichten die Ermittler nach dem Fund der ersten Waffen.
Dieses Foto veröffentlichten die Ermittler nach dem Fund der ersten Waffen. Foto: Polizei

Ist schon ein paar Monate her, aber Sie erinnern sich bestimmt an den Fall Remscheid: In einem Keller mit zahlreichen Verstecken entdeckte die Polizei unzählige Waffen, Uniformen, Munition. Im neuen Polizei-Mitarbeitermagazin "Streife" werden nun noch mal die Zahlen aufgeschlüsselt - samt einer ganz neuen zur Munition:


"300 scharfe Schusswaffen, davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, 11 Revolver, 13 Panzerabwehrwaffen. Zudem: Armbrüste, Doppelbockflinten – und jetzt brechen wir die Aufzählung ab, sie ginge noch eine ganze Weile weiter. Vielleicht noch dies: Fast 100.000 Schuss Munition haben sie gefunden. Zwischendurch war die Munition nicht mehr gezählt worden, sondern nur noch gewogen."


In dem Magazin wird auch ein Ermittler zitiert, der die Keller-Verstecke beschreibt:


„Da stand ein Bücherregal mit Büchern, darin ein Spiegel. Den Spiegel musste man umklappen, dann erschien eine kleine Öffnung mit einem rechteckigen Loch, in das man eine Türklinke hineinstecken konnte.“ Auch hinter einer Vitrine, in der Dolche zur Schau gestellt waren, fand sich ein Loch in der Wand. Und richtig: der nächste Raum, die nächsten Waffen. Hinter einer Garderobe fand sich auch, so die Ermittler, eine „Art Waffenwerkstatt: Da wurden vermutlich auch Waffen scharf gemacht.“


Wahnsinn.

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