Zentraler Landtags-Speicher im Eimer: Wieviele Daten sind jetzt futsch?

Heute außerdem im Landtagsblog:
Reul befiehlt Polizei Null Toleranz bei Gen Z-Randale
1500 demonstrieren gegen Helferich
BVB-Ministerin trifft Lothar Matthäus
Wenn Sie gestern versucht haben, im Landtag zu arbeiten und an keinen relevanten Inhalt gekommen sind (weil alle Systeme down), haben Sie vor lauter Langeweile vielleicht auch diesen furchtbaren Instagram-Trend "Mach mal heller..." gesehen. Dafür wurde das Internet nicht erfunden! Aber im Ernst: Der Landtagscrash zeigt, wie gekniffen wir sind, wenn nur ein digitalesTeil ausfällt. Erschreckend. Was da genau passiert ist und welche Folgen das haben könnte (auch wenn die System heute wieder laufen), lesen Sie unten. Jetzt erst mal das:
Reul befiehlt Polizei Null Toleranz bei Gen Z-Randale

Damit Halloween kein Horror wird, soll die Polizei knallhart vorgehen. Nicht gegen "Süßés oder Saures"-Kinder, sondern Randalierer, die unter dem Vorwand der Proteste gegen Sozialabbau wie in Frankreich durch die Straßen ziehen könnten. Das geht aus einem Erlass an alle Polizeidienststellen hervor. Das Landtagsblog kennt die Details:
"Mit Erlass vom 23.10.2026 wurden die Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen in Zusammenhang mit Einsätzen aus Anlass von Versammlungen zum Thema „Sozialabbau“ und Halloween am 31.10.2026 umfassend sensibilisiert", so eine Sprecherin des Innenministeriums von Herbert Reul (CDU). Der Erlass ist glaskar: Null Toleranz für Randalierer. In dem Schreiben heißt es, dass die Kreispolizebehörden folgende Punkte gewährleisten sollen:
" • die Sensibilisierung der Polizeikräfte sowie den Hinweis auf Eigensicherung,
• eine verstärkte anlassbezogene Aufklärung, unter anderem an bekannten Treff- und Sammelpunkten sowie an potenziellen Aktionszielen,
• eine lageangepasste Verstärkung der Allgemeinen Aufbauorganisation,
• die konsequente Ausschöpfung präventiv-polizeilicher Maßnahmen,
• eine deutlich sichtbare polizeiliche Präsenz und die Ansprechbarkeit polizeilicher Einsatzkräfte, vor allem in Bereichen, in denen sich eine Vielzahl von Personen aufhalten,
• die Sensibilisierung der im Personen- bzw. Objektschutz eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten vor dem Hintergrund der derzeitigen Einsatzlage,
• die Überprüfung und ggf. Anpassung der bereits getroffenen Schutzmaßnahmen sowie Aktualisierung der Datei „Allgemeine Schutzmaßnahmen“,
• die Einbindung der zuständigen Staatsschutzdienststellen."
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Weiter heißt es in dem Erlass eindeutig:
"Bei anlassbezogenen Störungen der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung, insbesondere bei Gewalttätigkeiten, ist offensiv und konsequent einzuschreiten. Dabei sind alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung unter Berücksichtigung einer umfänglichen Beweissicherung und Dokumentation auszuschöpfen."
Minister Reul sagte dazu:
„Die Bilder aus Frankreich zeigen, wie schnell Proteste in Gewalt und Zerstörung umschlagen können. So etwas will ich auf unseren Straßen nicht sehen."
Bäm!
Tatsächlich sind in den vergangenen Tagen mehrere deutsche Möchtegern-Influencer bereits nach Frankreich gereist und haben sich unter die vermeintlich Protestierenden gemischt, um Fotos bei Instagram hochzuladen oder gleich einen Livestream bei Twitch zu starten. Ein selbst ernannter Content Creator jammerte auf der Rückfahrt nach NRW via TikTok, dass die Polizei mit Tränengas geschossen habe. Wäre er wohl besser mal daheim geblieben...
1500 demonstrieren gegen Helferich
AfD-Rechtsausleger Matthias Helferich griff zum Megaphon, um gegen das Getöse der Gegendemonstranten bei seinem "Kultur-Stadtrundgang" anzukommen. Bei der Polizei waren nur ein paar hundert Demonstranten angemeldet, am Ende waren es laut den Behörden 1500.
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Ein gutes Signal - andererseits lachte die AfD sich natürlich ins Fäustchen: Ohne die Demo hätte ja kaum einer mitbekommen, dass Helferich in Düsseldorf war. Also außer den rund 100 Zuhörern im Palais Wittgenstein. Den eigentlich gebuchten Lesesaal im Heinrich Heine-Institut hatte die Stadt der AfD wieder abgesagt - wegen kurzfristiger Umbauarbeiten (*hüstel*).
BVB-Ministerin trifft Lothar Matthäus

Ja, ja: Das Landtagsblog hat Ina Brandes neulich erst zur "Backstreet Boys-Ministerin" gemacht - und heute zur "BVB-Ministerin". Aber ihr Herz schlägt eben nicht nur für Nick Carter, sondern vor allem für Schwarz-Gelb. Neulich lud Brandes ein Foto mit Lothar Matthäus bei Instagram hoch. Dazu schrieb Brandes:
"Heimsieg und Lothar Matthäus getroffen. Gibt schlimmere Abende 😉 🖤💛"
Süß.
Brandes ist tatsächlich bei etlichen Spielen. Zur Erinnerung: Hendrik Wüst (CDU) ist Köln-Fan, Herbert Reul (CDU) fiebert bei Leverkusen mit und Mona Neubaur (Grüne) bei Fortuna. Im Kabinett sind sie in den Farben verschieden, aber in der Sache vereint.

Das Landtagsblog erklärt die Folgen des Netzwerk-Crashs

Am Sonntagabend gegen 20 Uhr fing es an: Abgeordnete und Landtags-Mitarbeiter, die von zu Hause Mails verschicken oder auf das Landtags-Netz zugreifen wollten, guckten in die Röhre. Naja, vielleicht eine temporäre Störung, dachten da viele noch. Am Montagmorgen wurde das Ausmaß dann deutlicher: Nix ging mehr. Der Landtag, der weitgehend digitalisiert arbeitet, konnte plötzlich nicht mehr arbeiten. Die Folgen könnten heute noch nachwirken - denn es droht Datenverlust. Und das kommt so...
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